10:00 28 November 2020
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    Über Foodsharing kann man als Privatmensch Essen teilen, die Tafel rettet einwandfreie Produkte aus Supermärkten vor ihrer Vernichtung, aber im Bereich Gastronomie gab es nichts Ähnliches, um der Lebensmittelverschwendung zu begegnen. Mit der App MealSaver soll die Verschwendung auch dort enden.

    Lebensmittelverschwendung ist ein großes Problem unserer Zeit. Damit diese zumindest im Bereich der Gastronomie verringert werden kann, gibt es die neue App MealSaver vom Berliner Startup EatUp. In einem Sputnik-Interview mit Valentin Raskatov erklärt Alexandra Pipos, Marketing-Managerin von MealSaver, die App.

    MealSaver
    © Foto : MealSaver
    MealSaver

    „Wir arbeiten mit Partnerrestaurants zusammen, die ihre überschüssigen Portionen an Nutzer der App verkaufen“, erklärt Pipos. „Der Download der App ist kostenlos und dann sieht man in der App – wir haben so eine Übersicht –, wie weit die Restaurants vom jeweiligen Standort sind. Man bezahlt per App, geht rein in den Laden, löst den Gutschein ein und erhält dann eine Foodbox mit Essen oder kann diese selber befüllen. Die Box stellen wir, die ist biologisch abbaubar und aus Zuckerrohr, sodass auch da keine Verschwendung anfällt.“

    Und wie weiß ein Restaurant, wie viel am jeweiligen Tag anfällt? „Wir arbeiten gerade mit der Option, dass die Restaurants das selbständig jeweils einstellen können, dass sie also jeden Tag sagen: Okay, es werden jetzt fünf Portionen oder so übrig sein – und dann kann man das spontan und selbständig eintragen“, sagt Pipos dazu, „sodass sich dann niemand auf den Weg machen muss, um festzustellen, dass es gar nichts mehr gibt. Es ist ja so, dass Restaurants oft bestimmte Erfahrungswerte haben. Wenn die immer Brunch oder All-you-can-Eat anbieten, dann wissen die nach ein paar Jahren: Okay, es wird so und so viel übrig bleiben tendenziell. Man kann dann hingehen und gucken, ob es was gibt und wenn nicht, dann wird es storniert und man kriegt einen Gutschein für dasselbe Restaurant. Wir sind natürlich auch dabei, die App zu optimieren. Es wird in Zukunft auch eine Filteroption geben, um dann nach kulinarischen Vorlieben zu filtern wie beispielsweise Vegan oder Vegetarisch.“

    Das bisherige Feedback der Nutzer ist nach Aussage Pipos‘ positiv. „Die Restaurants sind natürlich sehr froh, dass sie nichts wegwerfen müssen und dass sie auch teilweise neue Kunden gewinnen“, erklärt Pipos. „Das führt jetzt zu keinem Imageschaden, im Gegenteil, es passiert auch, dass MealSaver-Nutzer außerhalb von MealSaver dieses Restaurant aufsuchen, weil sie so begeistert sind vom Angebot und Geschmack des Essens. Und die Nutzer sind durchweg glücklich und begeistert, dass man so schnell und für so wenig Geld und so einfach Essen retten kann.“

    Und das ist auch nötig: „Es gab 2012 eine Untersuchung der Universität Stuttgart und bei der Studie kam raus, dass allein in den Restaurants und Hotels in Deutschland pro Jahr eine Million Tonnen an Lebensmitteln anfallen, die verschwendet werden. Wenn man das auf Portionen runterbricht, dann sind es, glaube ich, 2700 Portionen pro Tag. Es wäre natürlich optimal, wenn wir diese 2700 Portionen jeden Tag retten könnten“, so Pipos.

    „Die App gibt es mittlerweile in Berlin und Hamburg und da haben wir ungefähr 200 Partnerrestaurants – die Zahl steigt, es kommen wöchentlich neue Partner hinzu. Wir haben relativ viele Downloads gehabt und verkaufen schon eine gute Anzahl von Boxen pro Tag“, fasst Pipos den aktuellen Stand zusammen. „Die nächsten Schritte sind, dass wir die App in Zukunft in Köln, Dortmund, Düsseldorf, Bochum und Essen anbieten und dann auch weiter in München. Das sind so die nächsten kommenden Monate. Langfristig wäre es schön, MealSaver in jeder größeren deutschen Stadt anbieten zu können.“

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    Tags:
    Apps, MealSaver, Alexandra Pipos, Deutschland