10:48 18 August 2017
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    Schweden: Facebook Live zeigt Gruppenvergewaltigung – Polizei platzt in „Dreh“

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    In Schweden sind drei Männer wegen des Verdachts einer Gruppenvergewaltigung an einer Einwohnerin der Stadt Uppsala festgenommen worden. Sie selbst hatten die Szene live via Facebook übertragen, wie BBC Russia am Dienstag berichtet. Einige schwedische Medien vermuten, dass es sich bei den Tätern um Einwanderer aus arabischen Ländern handeln könnte.

    Am frühen Morgen ist demnach die Polizei Uppsala benachrichtigt worden, dass in einer geschlossenen Gruppe auf Facebook eine Live-Übertragung einer Gruppenvergewaltigung gezeigt worden sei. In dem Live-Video soll einer der Täter am Schluss noch gelacht und der Frau gesagt haben: „Du bist vergewaltigt worden.“

    Die Polizei bestätigte, dass ihre Mitarbeiter diese Aufzeichnung auf Facebook entdeckt und viele sie gesehen hätten. Die genannte geschlossene Gruppe habe Tausende Mitglieder.

    In einer Wohnung in Uppsala sind dann nach Polizeiangaben drei Männer im Alter zwischen 19 und 25 Jahren sowie eine Frau entdeckt worden. Wie die schwedische Presse berichtet, soll die Frau fast bewusstlos gewesen sein. Die Männer seien sofort festgenommen worden. Einige schwedische Medien vermuten, dass es sich bei den Tätern um Einwanderer aus arabischen Ländern handeln könnte, offiziell ist das bislang jedoch noch nicht bestätigt worden.

    Schweden: Facebook Live zeigt Gruppenvergewaltigung – Polizei platzt in „Dreh“
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    Schweden: Facebook Live zeigt Gruppenvergewaltigung – Polizei platzt in „Dreh“

    Josephine Lindgren, die die Polizei über das Video informiert hatte, sagte dann im Interview mit dem Boulevardblatt „Expressen“, dass sie gesehen habe, wie ein Mann der Frau die Kleider vom Leibe gerissen und sich auf sie gelegt habe. Einer der Männer soll eine Pistole in der Hand gehabt haben.

    Facebook Live zeigte auch, wie viele Menschen sich die Übertragungen anschauten. Lindgren zufolge müssen diese Szenen mindestens 60 Leute gesehen haben. Anderen Angaben zufolge sollen es sogar mindestens 200 gewesen sein.

    „Drei gegen eine, hahaha“, hieß es wohl im Kommentar eines Facebook-Nutzers.

    Ein weiterer Zeuge soll der schwedischen Presse erzählt haben, er habe ein zweites Video gesehen, in dem die Frau sagt, es habe sie niemand vergewaltigt. In den Medien werde nun darüber debattiert, ob sie jemand zu dieser Aussage gezwungen haben könnte. Wie der schwedische TV-Sender SVT berichtet, hätten die Männer bereits das zweite Video aufgenommen, als die Polizei eintraf – und letztlich selbst in den Kamerafokus geriet.

    Verbrechen live im Äther

    Facebook bietet seit Ende 2015 die Möglichkeit der Live-Übertragung. Diese Funktion werde jetzt oft von Nachrichten-Organisationen für Übertragungen vom Ort des Geschehens genutzt. Facebook Live nutzen auch Freunde und Bekannte für ihre Kontakte, eben weil es möglich sei, aber ebenso jene, die das Gesehene mit einem breiten Auditorium in Realzeit teilen wollen. Allerdings seien mit Hilfe dieser Funktion im Internet auch Aufzeichnungen von Straftaten und Gewaltakten aufgetaucht.

    So wurden Anfang Januar in Chicago vier Personen angeklagt, aus lauter Hass ein Verbrechen begangen zu haben, nachdem auf Facebook eine Live-Übertragung davon aufgetaucht war, wie sie einen psychisch kranken Menschen misshandeln.

    Im Juni 2016 war der 28-jährige Antonio Perkins in Chicago brutal erschossen worden, und wer gerade live auf Facebook dabei war, ist Zeuge geworden.

    Auf Facebook Live seien ebenfalls Aufnahmen zu sehen gewesen, gleich nachdem Polizisten im Juli 2016 in Saint Paul (US-Bundesstaat Minnesota) einen Mann erschossen hatten.

    Danach hieß es aus dem Unternehmen, Facebook werde Live-Übertragungen ebenso behandeln wie einen beliebigen anderen Content. Ihn demnach nicht entfernen, nur weil er Gewaltszenen enthalte, sondern lediglich in den Fällen, sollte die Übertragung für die Verhöhnung eines Opfers oder zur Propaganda von Gewalt genutzt werden.

    Laut Facebook sollten zweifelhafte Contents einem im Nonstop-Regime tätigen Team gemeldet werden, das Live-Übertragungen unterbrechen könne, wenn deren Inhalt gegen die redaktionellen Regeln des Unternehmens verstoße.

    Wie Facebook-Nutzer erzählten, sollen die Übertragungen von den Untaten in Chicago eine ganze halbe Stunde gedauert haben. Tausende Menschen hätten sie gesehen, ehe Facebook diese Übertragung gestoppt habe.

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    Tags:
    Vergewaltigung, Polizei, Facebook, Josephine Lindgren, Uppsala, Schweden
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