02:12 07 Dezember 2019
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    Umfrage: Was denken die Russen zum Hidschab-Verbot in Schulen?

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    Die Bevölkerung Russlands verhält sich tolerant gegenüber dem Zeigen der religiösen Zugehörigkeit in der Kleidung. Dies ergibt eine Umfrage des Allrussischen Meinungsforschungszentrums.

    47 Prozent der Befragten glauben, es sei nichts Verwerfliches daran, wenn Mädchen und Frauen in Bildungseinrichtungen ihre religiöse Zugehörigkeit zur Schau stellen und Hidschabs tragen. 2012 vertraten lediglich 35 Prozent der Befragten diese Meinung.

    Offenbar höher ist der Anteil derer, die nichts gegen Hidschabs in Bildungseinrichtungen haben, unter Jugendlichen (73 Prozent bei den 18- bis 24-Jährigen) und Muslimen (68 Prozent).

    47 Prozent der Befragten halten Hidschabs in Schulen für unzulässig (vor fünf Jahren waren es noch 53 Prozent). Hauptsächlich sind Leute über 45 (55 bis 57 Prozent) dieser Meinung, sowie akademisch Gebildete (56 Prozent) und Atheisten (56 Prozent).

    Die Ersteller der Umfrage nahmen an, dass ein Hidschab-Verbot in Schulen dazu führen könnte, dass Anhänger des Islams ihren Kindern untersagen, zur Schule zu gehen. In solch einem Fall würde die Hälfte der Befragten die Aufhebung des Hidschab-Verbots unterstützen, damit moslemische Kinder in Ruhe lernen können.

    Dagegen bestehen 37 Prozent der Befragten trotz alledem auf der Aufrechterhaltung des Verbots. Bemerkenswerterweise ist der Anteil derer, die diese Meinung vertreten, auch unter Moslems ziemlich hoch und beträgt 36 Prozent.

    Die Umfrage wurde vom Allrussischen Meinungsforschungszentrum am 28. und 29. Januar durchgeführt. Daran nahmen 1200 Personen  teil.

    Die Debatte um Hidschabs in russischen Schulen war Anfang Januar erneut entflammt. 2015 hatte das Oberste Gericht Russlands das Verbot der islamischen Kopftücher in Schulen, das die Regierung der russischen Teilrepublik Mordwinien im Mai 2014 verhängt hatte, für rechtmäßig anerkannt. Bildungsministerin Olga Wassiljewa kommentierte den Beschluss der mordwinischen Regierung, indem sie sagte, dass gläubige Schüler ihr Glaubensbekenntnis nicht durch äußerliche Attribute unterstreichen sollen. Dabei verwies Wassiljewa auf den weltlichen Charakter der Bildung in Russland. Der Chef der Teilrepublik Tschetschenien, Ramsan Kadyrow, und der Oberste Mufti der Teilrepublik Tatarstan, Kamil Semigullin, kritisierten die Aussage der Bildungsministerin.

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    Tags:
    Meinungsforschung, Umfrage, Schule, Verbot, Kopftuch, Hidschab, Russland