13:18 31 März 2020
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    Schleppern scheint jedes unmenschliche Mittel recht zu sein, um aus der Not von Flüchtlingen Profit zu schlagen. Italienische Sicherheitsbehörden haben Medienberichten zufolge jüngst wieder eine Schleuserbande gestellt, die Menschen wie Vieh behandelte, nur um an ihr Geld ranzukommen.

    Zwei Jahre lang hat die italienische Polizei demnach das weitverzweigte und professionell organisierte Schleusernetz beobachtet. 62 Delikte soll sie in dieser Zeit festgestellt haben. Jetzt hat die Mailändische Staatsanwaltschaft Haftbefehle gegen 34 mutmaßliche Schleuser erlassen, 18 von ihnen wurden bereits festgenommen, heißt es.

    Wie die Mailändische Staatsanwältin Ilda Boccassini erklärte, holten die Schleuser ihre Opfer direkt nach deren Überfahrt über das Mittelmeer an der Küste ab und boten ihnen Schutz und Geleit bis an die nördlichen Grenzen. Die Route habe über den Apennin geführt, sei minutiös geplant und gut organisiert gewesen. Endstation: Mailand.

    Um die illegalen Einwanderer an ihren Bestimmungsort zu bringen, war den Schleusern offenbar jedes Mittel recht: Auto, Bus, Zug, Lastwagen, Kühlcontainer. Zwischen 500 und 1000 Euro soll ein solcher Transport unter äußerst unwürdigen Bedingungen gekostet haben. Wer von Mailand aus weiter nach Frankreich wollte, musste ihnen 100 Euro draufzahlen, heißt es. Für dieses Geld seien die Flüchtlinge in Container gepfercht und verriegelt worden. Einmal hat die Polizei bei einer Kontrolle laut Boccassini 41 Menschen in einem Container entdeckt.

    Die Verbrecher wüssten immer sehr genau, wo die nächsten Flüchtlinge ankämen, die zu allem bereit seien, nur um in den Norden zu gelangen, sagte Boccassini. „Für die Schleuser sind sie wie Vieh. Für sie ist das wie einkaufen gehen, oder fischen. Ganz einfach. Wo es Unglück gibt, da gibt es auch verbrecherische Geschäfte“, wird die Juristin von Medien zitiert.

    Die Bandenmitglieder selbst kommen aus unterschiedlichen Ländern – aus Italien, Marokko, Tunesien, Albanien. „Es entsteht der Eindruck, als hätten wir es mit einer Globalisierung des Bösen zu tun, wenn sich Menschen bar jeglicher Grundwerte zusammentun“, so die italienische Staatsanwältin.

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    Tags:
    Polizei, Migranten, Italien