03:24 31 Oktober 2020
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    Die Teilnahme Japans an der Erschwerung der chinesisch-britischen Beziehungen ist zu einem großen politischen Skandal geworden. Während der Eskalation des Konflikts im Südchinesischen Meer soll die japanische Botschaft in London den britischen Thinktank Henry Jackson Society für antichinesische Propaganda finanziert haben.

    Nun ermitteln britische und chinesische Medien den Fall. Laut der Zeitung The Sunday Times hat Tokio dem Thinktank monatlich 10.000 Pfund überwiesen. Die chinesische Nachrichtenagentur Xinhua hat am Mittwoch berichtet, dass sie in diesem Zusammenhang zuvor am Montag eine Anfrage an die japanische Botschaft in Großbritannien gerichtet habe. Bei der Botschaft habe man bereits bestätigt, die Anfrage erhalten zu haben, das Thema jedoch bislang nicht kommentiert.

    Auch seitens der Henry Jackson Society habe man keine Einzelheiten gegenüber der Agentur erläutert. „Wir offenbaren niemals konkrete Details“, hieß es. Mit anderen Worten haben beide angeblich beteiligten Seiten des Skandals ihre Teilnahme weder bestätigt noch bestritten. Laut dem Vizechef des russischen Europainstituts, Wladislaw Below, „fehlen bislang Informationen“ zu diesem Fall.

    „Es ist unklar, in welcher Form das geschah. Ich bezweifle, dass dies von der japanischen Botschaft bezahlt wurde. Meinen Erkenntnissen nach zahlen Botschaften nie für etwas direkt. Wenn sie (die Botschaft – Anm. d. Red.) die Vorbereitung antichinesischer Informationen empfahl (…), dann sind das Spionageaktivitäten.“

    Die Zeitung The Times berichtete zuvor, dass es einen Versuch gegeben habe, den Ex-Außenminister Großbritanniens Malcolm Rifkind für die Verbreitung von antichinesischen Meinungen zu benutzen. Rifkind zufolge schlug ihm die Henry Jackson Society im August vergangenen Jahres vor, seine Unterschrift unter einen Artikel mit dem Titel „Wie könnte China Großbritannien das Licht in einer Krise ausschalten, wenn wir den Bau von Hinkley C (Reaktor für das Kernkraftwerk Hinkley Point in England – Anm. d. Red.) zulassen“ zu setzen. Der Politiker hat laut eigenen Angaben nichts über die Bindungen des Thinktanks mit der japanischen Botschaft gewusst.

    In dem obengenannten Artikel wurde die Meinung geäußert, dass man vorsichtig sein müsse und China nicht erlauben dürfe, den Kernreaktor zu bauen, um anschließend während einer Krise nicht in eine Falle Pekings zu gelangen. Dies geschah in einer kitzligen Lage: Im Sommer vergangenen Jahres forderte ein Teil des politischen Establishments Großbritanniens, den antichinesischen Beschluss in Bezug auf den Streit im Südchinesischen Meer im Ständigen Schiedshof in Den Haag zu unterstützen. Anschließend warnte Peking London vor der Unzulässigkeit einer Einmischung in diese Frage. Dabei ist nicht auszuschließen, dass Tokio versucht haben könnte, die Spannungen in den chinesisch-britischen Beziehungen zu nutzen.

     

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    Tags:
    Informationskampagne, Südchinesisches Meer, Japan, Großbritannien, China