09:32 12 Dezember 2019
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    Antisemitisches Graffiti in London

    Judenhass in Großbritannien: Zahl antisemitischer Übergriffe erreicht Rekordhoch

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    Nach Angaben der britischen privaten Organisation zum Schutz jüdischer Einrichtungen (CST) ist in Großbritannien im vorigen Jahr mit 1309 die bisher größte Zahl von Verbrechen bzw. Rechtsverletzungen aus Judenhass begangen worden. Darüber schreibt die Zeitung „Kommersant“ am Donnerstag.

    Damit ist die Zahl der antisemitischen bzw. antisemitisch motivierten Übergriffe seit 2015, als 960 Delikte dieser Art registriert worden waren, um 36 Prozent gewachsen.

    Laut CST sind im vorigen Jahr 107 Gewaltvorfälle (29 Prozent mehr als im Jahr 2015), 65 Fälle von Vermögensbeschädigung und Eigentumsschändung sowie 1006 verbale Beleidigungen, beleidigende Graffitis und Posts in sozialen Netzwerken registriert worden. Die meisten Straftaten aus Judenhass entfallen auf Groß-London und Groß-Manchester. Die Zahl solcher Delikte in der britischen Hauptstadt ist um 65 Prozent gestiegen.

    Experten haben noch keine Erklärung für den drastischen Anstieg der Verbrechen gegen die jüdische Gemeinschaft Großbritanniens im Jahr 2016 gefunden. Der bis dato letzte massive Gewaltausbruch gegen britische Juden im Jahr 2014 war höchstwahrscheinlich auf die damalige Zuspitzung der Situation im Gaza-Streifen zurückzuführen. Nach Vermutung der Experten manifestiert sich derzeit „ein Speichereffekt nach einer Serie von Ereignissen und Faktoren, welche, zusammengenommen, eine Atmosphäre geschaffen haben, die für derartige Zwischenfälle günstig ist“.

    Wie CST-Generaldirektor David Delew sagt, sei er nicht nur über das drastisch gestiegene Niveau des Antisemitismus, sondern viel mehr über den Umstand besorgt, dass es jetzt mehr Menschen gebe, „die es für möglich halten, ihre antisemitische Haltung öffentlich zu bekunden und sich dabei selbstbewusst zu fühlen“.

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    Tags:
    Antisemitismus, Kommersant, Großbritannien