02:27 23 November 2019
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    Ministerpräsident von Norwegen Kjell Magne Bondevik (20.06.2005)

    „Potentieller Terrorist“: Ex-Premier Norwegens wegen Obama-Erlass in USA aufgehalten

    © RIA Novosti . Sergey Subbotin
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    Der ehemalige Ministerpräsident von Norwegen Kjell Magne Bondevik ist bei seiner Einreise in die USA in einem Flughafen vom Sicherheitsdienst aufgehalten worden. Der Grund war sein einige Jahre zurückliegender Besuch im Iran, teilte The Washington Post am Freitag mit.

    "Ich war überrascht, und ich wurde provoziert", sagte Bondevik. "Wie wird der Ruf der USA aussehen, wenn dies nicht nur mit mir, sondern auch mit anderen internationalen führenden Politikern passiert?"

    Der Ex-Premier wurde 40 Minuten im größten Flughafen Washingtons (Washington Dulles International Airport – Anm. d. Red.) in einem Warteraum für die Angekommenen aus Afrika und dem Nahen Osten aufgehalten. Noch weitere 20 Minuten befragten ihn die Sicherheitsleute wegen seines vor drei Jahren unternommenen Iran-Besuchs. Im Reisepass des Politikers stand ein iranischer Stempel von 2014.

    "Es dauerte etwa eine Stunde. Sie fingen an, mich zu fragen, warum ich im Iran war und warum ich in die Vereinigten Staaten kam. Es sollte keinen Grund geben, sich vor einem ehemaligen Ministerpräsidenten zu fürchten, der zuvor mehrmals offizielle Besuche in dem Land abgestattet hatte", so Bondevik.

    Der Politiker, der die Regierung von Norwegen in den Jahren 1997-2000 und 2001-2005 geleitet hatte, kam aus Europa in die USA, aber die Sicherheitsbeamten hielten ihn trotzdem auf.

    "Natürlich verstehe ich voll und ganz die Bedenken, dass Terroristen ins Land eindringen können. Aber um mich gehenzulassen hätte es ausgereicht, sich meinen Diplomatenpass anzusehen. Dort steht geschrieben, dass ich Ministerpräsident war“, sagte Bondevik.

    Proteste gegen Trumps Terrorschutz-Dekret im Flughafen von Los Angeles
    © REUTERS / Monica AlmeidaMonica Almeida
    Laut Bondevik wurde er nicht wegen Trump’s Terrorschutz-Dekret aufgehalten. Die Sicherheitsbeamten sagten dem Ex-Premier, dass er wegen der Regeln aufgehalten worden sei, die noch Barack Obama eingeführt hatte. Der ehemalige US-Präsident hatte zusätzliche Beschränkungen für Bürger aus 38 Ländern — darunter auch Norwegen – gefordert, die Teil des besonderen Visa-Programms (the United States’ Visa Waiver Program – Anm. d. Red.) waren.  Im Rahmen dieses Programms konnten Urlauber aus diesen Ländern früher ohne Visum bis zu 90 Tage in den Vereinigten Staaten verbringen. Sie mussten nur online eine Einreisegenehmigung beantragen. Nach den strengeren Regeln, die Obama unter Terrorbekämpfung für die Einreisenden eingeführt hatte (Terrorist Travel Prevention Act of 2015 – Anm. d. Red.), brauchen alle Einreisende ein US-Visum, wenn sie nach dem 1. März 2011 im Irak, Iran, Syrien, Sudan, Libyen, Somalia oder Jemen waren.

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    Tags:
    Terrorbekämpfung, Visum, United States’ Visa Waiver Program, Terrorist Travel Prevention Act of 2015, Kjell Magne Bondevik, Donald Trump, Barack Obama, Europa, Somalia, Norwegen, Sudan, Jemen, Iran, Libyen, Syrien, Irak, USA