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03:21 21 September 2019
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    Der ukrainische Präsident Petro Poroschenko

    Poroschenko-Partei bittet um Verzeihung für Besprühung von Berliner-Mauer-Stück

    © REUTERS / Gleb Garanich
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    Die ukrainische Präsidentenpartei „Block Petro Poroschenko“ hat sich für das Vorgehen ihres Abgeordneten Alexej Gontscharenko entschuldigt, der ein Originalstück der Berliner Mauer auf dem Gelände der deutschen Botschaft in Kiew beschmiert hatte, wie der Vizeleiter der Parlamentsfraktion der Partei, Sergej Beresenko, am Freitag sagte.

    „Wir haben uns bei der Botschaft und dem Botschafter persönlich entschuldigt“, so der Pressedienst der Partei des ukrainischen Präsidenten Petro Poroschenko.

    Der Außenminister des Landes, Pawel Klimkin, begründete das Vorgehen Gontscharenkos mit dessen Emotionalität.

    Als Reaktion auf die Äußerungen des deutschen Botschafters über die Wahlen im Donbass hatte Gontscharenko mit einer Spraydose auf Deutsch „NEIN!“ auf ein Berliner-Mauer-Fragment gesprüht. Der Sprecher des deutschen Außenministeriums Martin Schäfer äußerte sein Bedauern über die Tat des ukrainischen Abgeordneten und nannte diese unerhört.

    Zuvor hatte der deutsche Botschafter in der Ukraine, Ernst Reichel, gegenüber RBK-Ukrajina erklärt, dass die Wahlen in dem von Kiew nicht kontrollierten Teil des Donbass nicht nur dann stattfinden sollten, wenn dort „auf jedem Gebäude der Stadtverwaltung eine ukrainische Flagge hängt“ und es dort „keine russischen Truppen“ mehr gibt.

    Das als Mahnmal gedachte Fragment der Berliner Mauer in Kiew steht bereits das zweite Mal im Zentrum eines Skandals. Im November 2016 hatte eine halbnackte Aktivistin der ukrainischen Protest-Bewegung „Femen“ das Fragment mit einem Hammer attackiert.

    Im Osten der Ukraine schwelt seit rund zwei Jahren ein militärischer Konflikt. Die ukrainische Regierung hatte im April 2014 Truppen in die östlichen Kohlefördergebiete Donezk und Lugansk geschickt, nachdem diese den nationalistischen Staatsstreich vom Februar in Kiew nicht anerkannt und unabhängige „Volksrepubliken“ ausgerufen hatten.

    Bei den Gefechten zwischen dem Kiew-treuen Militär und örtlichen Bürgermilizen sind laut UN-Angaben bislang mehr als 9500 Menschen ums Leben gekommen. Formell gilt seit September 2015 in der Region eine Waffenruhe.

    Vertreter der Ukraine und der westlichen Länder hatten Russland mehrmals das Eingreifen in den Donbass-Konflikt vorgeworfen, wobei keine Beweise geliefert wurden. Moskau hatte wiederholt seine Nichtbeteiligung an den Ereignissen im Südosten der Ukraine bekundet.

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    Tags:
    Entschuldigung, Botschaft, RBK-Ukrajina, Block Petro Poroschenko, Ernst Reichel, Alexej Gontscharenko, Petro Poroschenko, Sergej Beresenko, Donbass, Russland, Deutschland, Ukraine