10:44 14 August 2020
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    Am Düsseldorfer Flughafen findet derzeit ein Audit der Bundespolizei statt. Nach Recherchen der „Rheinischen Post“ sind die Kontrollen an den Sicherheitsschleusen des Flughafens lückenhaft: Scanner würden in Schuhen versteckte Sachen nicht erkennen können und Mitarbeiter seien unzureichend geschult, um etwa Sprengstofffolien zu erkennen.

    „Wer einen gefährlichen Gegenstand durchbekommen möchte, schafft das ohne große Probleme“, räumen gleich mehrere Mitarbeiter von Sicherheitsfirmen in einem Gespräch mit der Zeitung ein. Außerdem habe das Personal nicht genügend Erfahrung, um zum Beispiel Sprengstofffolien zu erkennen. Ein Teil der Mitarbeiter sei zudem mit einer veralteten Software angelernt worden. Betroffene Sicherheitskräfte wollen deshalb, dass sie von der Bundespolizei weiter ausgebildet werden könnten.

    Ein weiteres Problem sei, dass die Sicherheitskräfte eine hohe Arbeitsbelastung und kaum Pausen hätten. Auch am Kölner und Bonner Flughafen würden dieselben Arbeitsbedingungen herrschen. Einer der Mitarbeiter gibt zu, das eine fehlerfreie Arbeit kaum möglich sei: „Uns geht schon manches durch. Das liegt an mangelnder Schulung, an fehlerhafter Technik und an dem enormen Druck, alles richtig machen zu müssen“, so ein Betroffener gegenüber dem Blatt.

    Es sei leicht, gefährliche Gegenstände durchzuschleusen. Vielflieger würden sich daraus einen Spaß machen, um das Personal bloßzustellen: „Sie schleusen absichtlich etwas Illegales durch und sagen dann, guckt mal: was ihr wieder übersehen habt. Sie bekommen dafür aber keine Anzeige, sondern wir bekommen den Ärger, weil wir es nicht entdeckt haben.“

    Auch Kriminelle würden die Situation ausnutzen und versuchen, die Mitarbeiter zu bestechen.

    Die prekäre Sicherheitslage sei aber nicht nur auf den menschlichen Faktor zurückzuführen: Gegenüber dem Blatt bestätigt ein Mitarbeiter der Bundespolizei, dass tatsächlich auch die Technik wie beispielweise der neue Körperscanner nicht richtig funktionieren würde. Demnach erkenne dieser nichts, was unterhalb des Knöchels liege.

    „Die Geräte wurden für viele Millionen Euro angeschafft und können nicht sehen, was sich Passagiere in die Schuhe stecken. Das ist ein enormes Sicherheitsrisiko“, zitiert die Zeitung den Beamten.

    Derzeit findet im Düsseldorfer Flughafen der durch die Bundespolizei durchgeführte nationale Audit statt, von dem eigentlich niemand vorher wissen sollte. Ein Insider erklärt der Zeitung, dass diese Information aber schon im Voraus durchgesickert sei, da alle Beteiligten ein Interesse daran hätte, bei dem Test gut abzuschneiden.

    „Deshalb arbeiten an diesen Tagen möglichst die besten Mitarbeiter. Sie sind gebrieft und wissen, was sie zu sagen und zu tun haben.“

    Nach der Kontrolle setzt die Gewerkschaft der Polizei (GdP) nun auf ein Teamwork der Bundespolizei und Security. „Wir schlagen die Einrichtung einer Bundesanstalt für Luftsicherheit vor, in der alle Kompetenzen und Mitarbeiter gebündelt werden“, so der Vorschlag des GdP-Vorstands der Bundespolizei, Arnd Krummen.

    Die Dienstleistungsgewerkschaft fordere ihrerseits, dass private Sicherheitsleute besser von der Bundespolizei geschult werden, wobei das Bundesinnenministerium hingegen meine, dass die Schulungsmaßnahmen ausreichen würden.

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    Flughafen, Düsseldorf, Deutschland