19:44 12 Dezember 2019
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    Sowjetische Werbekunst

    Sowjetische Werbekunst als „Bourgeois-Ding“ – FOTOs

    © Sputnik / Nikolai Maksimov
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    In den letzten Jahren erfreuen sich Werbeplakate aus Sowjetzeiten wachsender Beliebtheit unter Sammlern, Kunsthistorikern und Copywritern, die nach Inspiration suchen. Das ist gar kein Wunder: In den 20ern haben führende Maler und Zeichner diese Poster erarbeitet.

    In der Sowjetunion wurde Werbung oft als Propagandamittel benutzt. Die Bürger sollten glauben, dass ihr Land das Beste herstellt und in allen Bereichen ausländische Waren übertrifft. Nach der Oktoberrevolution 1917 wurde die Werbung dazu berufen, nicht nur dem Handel, sondern auch der Verbesserung der nationalen Geistes Stimmung in der Gesellschaft zu dienen.

    Hier sind einige Beispiele für Werbeplakate jener Zeit aus dem Bereich der Ernährung:

    Bei der Pariser Weltausstellung für Kunstgewerbe und Industriedesign im Jahre 1925 wurden die aus der Sowjetunion stammenden Werbeplakate ausgezeichnet, die der Lyriker Wladimir Majakowski, Idol der kommunistischen Jugend und der künstlerischen Avantgarde, und der Zeichner und Fotograf Alexandr Rodtschenko zusammen schufen. Insgesamt über 300, die jetzt zur Klassik sowjetischer Werbekunst gehören.

    „Wir haben die Werbung vernachlässigt und als ‚Bourgeois-Ding‘ verschmäht. Um staatliche und proletarische Einrichtungen und Erzeugnisse zu popularisieren, sollten wir aber alle Waffen einsetzen, die unsere Feinde benutzen, darunter auch die Werbung“, schrieb Majakowski damals.

    In den 30ern nutzten sowjetische Werbekünstler oft Majakowskis und Rodtschenkos Ideen aus, das Interesse der Kunden an der Werbung sank. Die Situation änderte sich erst, als das Handelsministerium in den 60ern einen speziellen Rat für Förderung der Werbung bildete.

    Mit der Entwicklung des Fernsehens entstanden mehr und mehr Spots, weswegen Werbeplakate wiederum an Achtung verloren. Nach der Perestroika löste sich Werbung in Russland vollends aus der staatlichen Kontrolle.

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    Tags:
    Werbung, Kunst, Wladimir Majakowski, Sowjetunion