16:11 24 Februar 2017
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    Moschee in Köln (Symbolbild)

    Spitzel-Vorwürfe: Ankara zieht sechs Imame aus Deutschland ab

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    Die türkische Religionsbehörde Diyanet hat nach eigenen Angaben sechs Imame im Zusammenhang mit den Spitzel-Vorwürfen aus Deutschland abgezogen, wie „Focus Online“ berichtet.

    Wie der Präsident der Religionsbehörde Diyanet, Mehmet Görmez, am Freitag in Ankara mitteilte, sollen diese Imame ihre Kompetenzen zwar überschritten, sich jedoch nicht strafbar gemacht. Betroffen seien auch Geistliche, deren Wohnungen am Mittwoch durchsucht wurden. Sie seien allerdings bereits vor den Razzien zurückgerufen worden und zu ihren früheren Dienststellen in der Türkei zurückgekehrt.

    „Jene, die in ihren Schreiben Informationen über Personen weitergegeben haben, wurden sofort als Zeichen des guten Willens auf ihre ursprünglichen Posten zurückbeordert", sagte er. Deswegen sei es unannehmbar, dass weiter eine „Kampagne" gegen Ditib und Diyanet betrieben werde. „Es gibt keine Spionagetätigkeit", betonte Görmez.

    Diese Imame sollen angeblich Informationen über mutmaßliche Anhänger der Bewegung des in den USA lebenden Predigers Fethullah Gülen in Deutschland in die Türkei übermittelt haben. Ankara macht Fethullah Gülen für den Putschversuch vom Juli 2016 verantwortlich. 

    „Diese unbegründeten Äußerungen, Nachrichten  und Behauptungen in den Medien können den Gläubigen unheilbare Wunden zufügen. Die politisch und öffentlich verantwortlichen Personen sollten sich mit übereilten und unredlichen Erklärungen zurückhalten", so Görmez. Diyanet  halte sich uneingeschränkt an das Prinzip politischer Neutralität und sondere sich von radikalen Strukturen, Terrorismusherden und Kreisen ab, die die Religion missbrauchten.

    Zuvor hatten deutsche Medien berichtet, dass Beamte des Bundeskriminalamtes  die Wohnungen  von vier Imamen der Türkisch-Islamische Union der Anstalt für Religion DİTİB durchsucht hatten, die der Spionage verdächtigt werden.

    Imame und Religionsattachés von DİTİB sollen Informationen über Anhänger der Gülen-Bewegung und deutsche Lehrer gesammelt und diese an das türkische Generalkonsulat in Köln weitergegeben haben. Ankara macht die Gülen-Bewegung für den versuchten Putsch vom Juli 2016 verantwortlich.

     

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    Tags:
    Abzug, Imam, Vorwürfe, Türkei, Deutschland
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    Alle Kommentare

    • Germane
      Warum nicht alle ?
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      Thomas
      Spitzeljagt unter Freunden?

      Die Jäger haben so lange schlafen müssen, bis nur noch unbedenkliche Tapete im Raum war.

      Die BND- Experin Angela Dorothea Kasner, als welche diese wider dem § 12 BGB im NSA untersuchungsausschuß aussagte und Bundeskanzlerin ist, hat den Freunden sicher etwas mehr Zeit eingeräumt, damit unbedenkliche Tapeten in der Wohnung vorzufinden sind?

      Als die Bundeskanzlerin so hieß, konnte diese ja noch nichts vom NSA und vom MIT erfahren haben können, weil es zu der Zeit noch nicht gelungen war die Aufsicht über ihre Dienststelle im Bundeskanzlerinamt unter dem Name Angela Merkel auszuüben.
      Damals war es das MfS welches für die Dienste und fremden Dienste zuständig war.

      Ihr Freund Erdogan hatte je freundlichst reagiert, damit nichts strafbares zu sehen ist. Tapete darf ja jeder.
      Aktivitäten fremder Dienste finden wir im Strafgesetzbuch, dass diese Bundeskanzlerin ja als Angela Dorothea Kasner überhaupt nicht förderte.

      Neu renovierte Tapete und vielen Namensschilder, kann man einer Bundeswanzlerin im Bundeskabaret nicht zum Vorwurf machen.
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