23:07 20 August 2017
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    Spionage-Verdacht: Türkei spähte europaweit Gülen-Anhänger aus – Medien

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    Die Spionageaffäre um die türkische Religionsbehörde reicht über Deutschland hinaus, berichtet „Der Spiegel“ am Freitag unter Berufung auf eigene Quellen. Der Meldung zufolge lieferten Mitarbeiter von türkischen Botschaften oder Generalkonsulaten Ankara Berichte über Anhänger des Predigers Fethullah Gülen in anderen europäischen Staaten.

    Darunter seien solche Länder wie Österreich, die Schweiz, die Niederlande und Belgien. Laut dem „Spiegel“ vorliegenden Dokumenten wurden nicht nur Namen von Personen übermittelt, sondern auch Hinweise auf Schulen, Kitas, Kultur- und Studentenvereine, die angeblich von der Gülen-Bewegung betrieben werden.

    „Die türkische Botschaft in Bern mutmaßte in einem Schreiben an das Präsidium für religiöse Angelegenheiten, ‚gewaltbereite Aktivisten‘ der Gülen-Bewegung seien aus der Türkei geflohen und hätten sich in der Schweiz festgesetzt‘“, so das Magazin.

    Zuvor hatten deutsche Medien berichtet, dass Beamte des Bundeskriminalamtes die Wohnungen  von vier Imamen der Türkisch-Islamischen Union der Anstalt für Religion DİTİB durchsucht hatten, die der Spionage verdächtigt werden. 

    Imame und Religionsattachés von DİTİB sollen Informationen über Anhänger der Gülen-Bewegung und deutsche Lehrer gesammelt und diese an das türkische Generalkonsulat in Köln weitergegeben haben. Ankara macht die Gülen-Bewegung für den versuchten Putsch vom Juli 2016 verantwortlich.

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    Spionage, Europa, Türkei