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    Obwohl kostenungünstig: Merkel will Gastransit über Ukraine aufrechterhalten

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    Bundeskanzlerin Angela Merkel hat bei der Diskussion über das Projekt der Pipeline Nord Stream 2 in Warschau die Notwendigkeit angedeutet, den Gastransit über die Ukraine aufrechtzuerhalten. Dies sagte der polnische Außenminister Witold Waszczykowski in einem Interview mit dem Magazin „Do Rzeczy“.

    „Von der deutschen Seite hieß es, dass Berlin Nord Stream 2 nach wie vor ausschließlich als ein Business-Projekt betrachte. Frau Merkel gab jedoch zu, dass es negative Wirkungen für einige Länder wie die Ukraine hat“, sagte Waszczykowski. „Sie sagte, sollte sich das Projekt weiterentwickeln, sei es notwendig, der Ukraine die Beibehaltung des Gastransits über ihr Territorium zu sichern, damit Kiew davon profitieren könnte“, so der Politiker weiter.

    Anfang Februar war Merkel nach Polen gereist, um dort Verhandlungen mit Präsident Andrzej Duda, Ministerpräsidentin Beata Szydło, dem Vorsitzenden der Regierungspartei „Recht und Gerechtigkeit“, Jarosław Kaczyński, sowie den Chefs der Oppositionsparteien „Bürgerplattform“ und „Polnische Bauernpartei“ zu führen.

    Waszczykowski zufolge stimmen die Positionen Polens und Merkels überein. „Wir haben jedoch keine Verbündeten unter den Deutschen, die auf verschiedene  Ebenen in der EU-Kommission arbeiten und einst den Bau von Nord Stream 1 und nun von Nord Stream 2 eindeutig unterstützen“, sagte der Minister.

    Die Pläne für die neue Pipeline stoßen insbesondere in Warschau auf scharfe Kritik. Dass dieses Projekt für Polen inakzeptabel sei, bestätigte Ministerpräsidentin Beata Szydlo Anfang Februar nach ihrem Treffen mit Merkel. Der polnische Regierungssprecher Rafal Bochenek erläuterte im lokalen Radio, Nord Stream 2 trage nicht zur Energiesicherheit der EU bei, sondern zu deren Abhängigkeit von Russland.

    Gazprom-Vize Alexander Medwedew sagte hingegen Ende Januar: „Das Projekt Nord Stream 2 wird nicht deshalb umgesetzt, weil wir die Ukraine um ihre Deviseneinnahmen aus dem Transit bringen wollen, sondern weil wir vorhaben, Gas auf dem kürzesten und effizientesten Weg zu liefern.“

    Die Nord-Stream-2-Pipeline soll ebenso wie Nord Stream durch die Ostsee von Russland nach Deutschland verlegt werden, um 55 Milliarden Kubikmeter Erdgas jährlich auf diesem Weg zu transportieren.

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    Verhandlungen, Gastransit, Nord Stream 2, Witold Waszczykowski, Angela Merkel, Ukraine, Polen, Deutschland