01:35 18 November 2019
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    Situation in Libyen

    Tripolis: Wagenkolonne des libyschen Premiers beschossen

    © RIA Novosti . Andrei Stenin
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    Der libysche Premier der Regierung der Nationalen Einheit, Fayiz as-Sarradsch, hat den Beschuss seiner Wagenkolonne in Tripolis wohl überlebt, wie die Agentur AFP unter Berufung auf den Regierungsvertreter Ashraf as-Sulsi berichtet.

    „Alle Wagen der Kolonne waren gepanzert, es gibt keine Verletzten“, erklärte as-Sulsi. Er bestätigte ferner, dass auch der Chef des Obersten Staatsrates (beratendes Organ in Libyen) mit as-Sarradsch mitfuhr.

    Wie zuvor der TV-Sender Al Jazeera berichtet hatte, hatten Unbekannte die Wagenkolonne des libyschen Premiers unter Beschuss genommen und dabei zwei Wachmänner verletzt. Der Fernsehsender Sky News Arabia meldete hingegen, die Wachmänner seien ums Leben gekommen. 
    Es bleibt vorerst ungewiss, wer hinter dem Angriff stehen könnte.

    Das Verhältnis libyscher Stämme zueinander bleibt nach dem Sturz des Präsidenten Muammar Gaddafi im Jahr 2011 angespannt. Im Dezember 2015 erklärten sie in einer Vereinbarung, den Konflikt friedlich beizulegen und eine gemeinsame Regierung der Nationalen Einheit zu bilden. Am 31. März des Vorjahres trat die neue Regierung ihr Amt an. Der Premier Fayiz as-Sarradsch setzt sich für die Einheit des Landes ein, das sich seit 2011 am Rande des Zerfalls befindet. Stellenweise halten nach wie vor Terroristen das Land in ihrer Gewalt.

    Demgegenüber steht der Oberbefehlshaber der libyschen Nationalarmee Chalifa Haftar, der das libysche Parlament unterstützt, welches in der Stadt Tobruk im Osten des Landes seinen Sitz hat. Die von den Vereinten Nationen geförderte Regierung in Tripolis unterstützt die Nationalarmee nicht. Die Truppen von Chalifa Haftar bekämpfen die Terrormiliz IS („Islamischer Staat“, auch Daesh) in der nordlibyschen Stadt Bengasi. Im vergangenen Jahr hatte Haftar die russische Hauptstadt Moskau zu Gesprächen mit dem Außen- und Verteidigungsministerium sowie mit dem russischen Sekretär im UN-Sicherheitsrat besucht.

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