10:19 19 April 2019
SNA Radio
    Stellvertretender Flugkapitän der il-76 Wladislaw Podobny

    „Fürchterliche Lage“: Russischer Pilot über Chiles Waldbrände

    © Foto : Vladislav Podobny
    Panorama
    Zum Kurzlink
    2531

    Wladislaw Podobny, stellvertretender Flugkapitän aus Russland, hat am Dienstag in einem Interview mit Sputnik Mundo seine Eindrücke bei den Löscharbeiten der Waldbrände in Chile geschildert. Ein russisches Löschflugzeug vom Typ Iljuschin 76 ist seit dem 30. Januar dort an der Brandbekämpfung beteiligt.

    Das schrecklichste war Podobny zufolge zu sehen, wie sich das Feuer Wohnhäusern immer mehr genähert habe, und zu verstehen, dass es nur kaum zu stoppen sei.

    Il-76-Sinkflug
    © Sputnik / Vladimir Astapkovich
    Il-76-Sinkflug

    „Als wir angekommen sind, war die Lage fürchterlich: Es gab viele Waldbrände und eine starke Rauchentwicklung bei Santiago und 500 Kilometer südlich von Santiago. Unsere Arbeit wurde sehr dadurch erschwert. Wir konnten die Brände nicht sehen und mussten vom Meer aus, wo sie gut sichtbar waren, die Brände anfliegen“, so Podobny.

    „Neben einem US-Supertanker und anderen Maschinen haben wir in etwa einer Woche unsere Aufgabe erfüllen können, deswegen sind wir in den vergangenen zwei Wochen nur mehr startklar. Wenn ein Brand entsteht, fliegen wir dorthin und löschen ihn“, erläutert der Pilot ferner.

    So soll beispielsweise das russische Flugzeug am vorigen Wochenende sowie an dem davor alarmiert worden sein.  Mittlerweile sei die Lage bereits unter Kontrolle.

    „Wir hoffen darauf, dass sich die Waldbrandsituation nicht verschlechtert und dass wir planmäßig am 25. Februar Chile verlassen werden“, sagte er.

    Stellvertretender Flugkapitän der il-76 Wladislaw Podobny
    © Foto : Vladislav Podobny
    Stellvertretender Flugkapitän der il-76 Wladislaw Podobny

    Die zwei Mannschaften aus Russland, die vor Ort in Chile sind, bestehen ihm zufolge aus 17 Personen, darunter Piloten und technisches Personal. Zudem seien dort auch sechs Mitarbeiter des russischen Zivilschutzministeriums tätig.

    Hinsichtlich der Ortsbewohner sagte der Pilot, dass sie die russischen Teams sehr positiv und warmherzig begrüßt hätten. In den örtlichen sozialen Netzwerken sei sogar ein Spitzname für die Il-76 aufgetaucht: „El Luchin“. Im Land sei er bereits zum Meme geworden.

    „In der vorigen Woche wurden wir ins chilenische Außenministerium eingeladen, wo uns wertwolle Geschenke überreicht wurden“, so Podobny.  

    Die Fliegerkräfte des russischen Zivilschutzministeriums haben seit Einsatzbeginn Anfang Februar bereits zwölf chilenische Ortschaften vor den verheerenden Waldbränden gerettet. Insgesamt seien 29 Flüge unternommen und über 1200 Tonnen Wasser abgeworfen worden. Damit konnte verhindert werden, dass sich die Brände noch mehr ausbreiteten.

    Zuvor hatte Russland auf Anfrage der chilenischen Seite ein Löschflugzeug vom Typ Il-76 in das Land geschickt. Die Il-76 wird auch als „Feuerwehr-Tanker“ oder „Wasser-Bomber“ bezeichnet. Die Maschine kann gleichzeitig 42 Tonnen Wasser mit äußerster Präzision abwerfen.

    Im Süden und im Zentrum Chiles wüten bereits seit Anfang Februar Waldbrände. Mehr als 4500 chilenische Feuerwehrleute und Helfer aus dem Ausland sind im Einsatz. Medienberichten zufolge sind mindestens 4000 Menschen obdachlos geworden. Die Zahl der Todesopfer wurde zuletzt mit mindestens elf angegeben.

     

    GemeinschaftsstandardsDiskussion
    via Facebook kommentierenvia Sputnik kommentieren

    Zum Thema:

    Russisches Zivilschutz-Flugzeug rettet älteste Stadt Chiles - VIDEO
    Hilfe gegen Waldbrände: Russland schickt Amphibienflieger nach Portugal
    Verheerende Waldbrände: Portugal dankt Russland für Hilfseinsatz
    Russische Piloten retten weitere Ortschaft in Portugal vor den Flammen
    Tags:
    Bekämpfung, Waldbrand, Il-76, Wladislaw Podobny, Chile, Russland