15:40 29 November 2020
SNA Radio
    Panorama
    Zum Kurzlink
    2854
    Abonnieren

    Die russische Raketen- und Raumfahrtkorporation Energija hält es für zweckmäßig, das Engagement Russlands an der Internationalen Raumstation ISS bis 2024 zu beenden und eine eigene Raumstation zu bauen, wie Generaldirektor Wladimir Solnzew am Mittwoch im Interview mit RIA Novosti mitteilte.

    Dies sei darauf zurückzuführen, dass eines der zwei ISS-Module, der Frachtblock Sarja, bis 2024 bereits 26 Jahre im All tätig sein würde, und das andere, das Servicemodul Sarja, schon 24 Jahre. 

    „Vom technischen Standpunkt aus hält Energija es für zweckmäßig, seine Beteiligung an der ISS bis 2024 abzuschließen und zu dem neuen Programm einer russischen Orbitstation überzugehen, die auf Basis der drei bis zu diesem Zeitpunkt noch nicht ausgedienten Module gebaut werden soll. Dennoch müssten auch eine Reihe anderer Aspekte, darunter politische, in Betracht gezogen werden“, so Solnzew.

    Hinsichtlich der Verhandlungen über eine mögliche Verlängerung des ISS-Betriebs bis 2028  sagte Solnzew: „Diese Frage hängt noch in der Luft“. Zurzeit werde das mit den internationalen Partnern nicht behandelt.

    Zugleich schließt Solnzew zufolge nicht aus, dass ein ISS-Segment, zum Beispiel als touristisches Modul, auch noch bis 2028 funktionieren könnte. Derweil sollen sich die Partnerländer verständigt haben, die ISS nur bis 2024 beizubehalten. Die Europäische Raumfahrtagentur (ESA) soll sich erst im vorigen Jahr diesem Beschluss angeschlossen haben. 

    Vor Beginn des internationalen ISS-Projekts hatte Russland die Raumstation „Mir“ betrieben, die 2001 im Pazifik versenkt wurde. Der „Mir“-Betrieb soll schätzungsweise 200 Millionen Dollar jährlich gekostet haben. 2011 sagte aber der damalige Roskosmos-Chef Juri Koptew, der „Mir“-Betrieb sei nicht aus finanziellen, sondern aus rein technischen Gründen eingestellt worden. Der technische Zustand der Raumstation sei „katastrophal“ gewesen. Es seien häufig „kritische Situationen“ entstanden, in denen die Station außer Kontrolle geriet.

    GemeinschaftsstandardsDiskussion
    via Sputnik kommentierenvia Facebook kommentieren

    Zum Thema:

    Waffen-Premieren in Russland 2016: zu Land, zur See und im Weltraum
    Gemeinsam weiterforschen: Russland will ISS-Betrieb verlängern
    Künstliche Schwerkraft erstmals auf ISS?
    Roskosmos: Russland gibt ISS 2024 auf und baut eigene Weltraumstation
    Tags:
    ISS, Roskosmos, Juri Koptew, Wladimir Solnzew, Russland