15:47 20 August 2017
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    A TV screen at a shopping mall in Hong Kong shows a news report of former CIA employee and NSA whistleblower Edward Snowden.

    Was Flüchtlingen droht, die Snowden versteckten

    Vincent Yu, File
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    Drei Flüchtlingsfamilien aus Sri Lanka, die 2013 in Hongkong den Ex-NSA-Mitarbeiter und Whistleblower Edward Snowden bei sich aufgenommen hatten, müssen nun in Angst vor Verhaftung leben, wie CNN berichtet.

    Es habe Berichte gegeben, so der Sender, wonach die Polizei von Sri Lanka in Hongkong nach den Familien suche.

    „Ich habe große Angst, vielleicht können sie mich festnehmen“, sagte Supun Kellapatha, Asylbewerber aus Sri Lanka, der 2013 sein Bett für Snowden hergegeben hatte. „Ich habe kein normales Leben mehr.“

    Die drei Familien hatten 2013 Snowden wochenlang abwechselnd in ihren engen Wohnungen in Hongkong untergebracht, als dieser sich vor den Behörden versteckte.

    Snowdens Anwalt in Hongkong, Robert Tibbo, der auch die Asylbewerber vertritt, sagte bei einer Pressekonferenz, er habe Informationen aus „mehreren Quellen“ erhalten, dass die Kriminalpolizei Sri Lankas Hongkong mindestens zweimal besucht hätte, im November und Dezember 2016.

    Tibbo soll bereits das Hongkonger Migrationszentrum um Hilfe gebeten haben und will laut CNN auch die Polizei von Hongkong in die Ermittlungen einbeziehen. Snowden selbst weiß seinem Anwalt zufolge über diese Ereignisse Bescheid und sei über die Lage dieser Familien „sehr besorgt“. Das Außenministerium von Sri Lanka enthielt sich bislang eines Kommentars, so CNN.

    Der ehemalige Mitarbeiter der US-Geheimdienste CIA und NSA Edward Snowden hatte im Juni 2013 den Zeitungen Washington Post und The Guardian eine Reihe von Geheimdokumenten über Ausspähaktivitäten der USA und Großbritanniens übergeben. Er hat unter anderem ans Licht gebracht, dass US-Geheimdienste das private Handy von Bundeskanzlerin Angela Merkel abgehört hatten. Danach flüchtete er zuerst nach Hongkong, dann nach Moskau. Russland gewährte dem Whistleblower einjähriges Asyl. Im August 2014 wurde die Aufenthaltsgenehmigung für Snowden um drei Jahre verlängert.

     

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    Tags:
    Flüchtlinge, Edward Snowden, Russland, Hongkong
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