22:50 24 Februar 2020
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    Integration und Entwicklung der Krim-Region (294)
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    Die Krim-Tataren wollen nicht in die Ukraine auswandern, wie der Leiter der russischen Behörde für Angelegenheiten über Nationalitäten, Igor Barinow, gegenüber der Zeitung „Iswestija“ am Montag unter Verweis auf eine kürzlich unter den Krim-Tataren durchgeführte Umfrage sagte.

    „Auf die Frage, ob sie in eine andere Ortschaft der Krim, eine andere Region Russlands, in die Ukraine oder in ein anderes Land übersiedeln möchten, sollte sich diese Möglichkeit ergeben, sagten null Prozent der Befragten, dass sie in die Ukraine umziehen möchten“, so Barinow.

    Demnach gab die Mehrheit der Krim-Tataren (82 Prozent) an, auf der Krim bleiben zu wollen. Weitere zehn Prozent möchten eigenen Angaben nach ihren Wohnort wechseln, aber nur innerhalb der Schwarzmeer-Halbinsel. Zugleich bekundeten zwei Prozent der Befragten ihre Bereitschaft, in eine andere russische Region zu ziehen.

    Barinow begründete diese Ergebnisse damit, dass Russland einen gesamten Komplex von Maßnahmen zur Rehabilitierung der „verfolgten Völker“ erarbeitet habe: Die Feiertage der Tataren und die krim-tatarische Sprache hätten neben Ukrainisch und Russisch den Staatsstatus bekommen, Kulturerbe-Stätten würden renoviert, eine Hauptmoschee werde gebaut. 

    „Jetzt können wir mit Zuversicht sagen, dass sich ihr Leben (der Krim-Tataren – Anm. d. Red.) zum Besseren ändert, was sich auf ihre Stimmung sowie die Anzahl jener, die mit dem Leben zufrieden sind, positiv auswirkt. Es entstand ein sozialer Optimismus. Sie verbinden ihre Zukunft mit der Krim und Russland“, so Barinow.

    Auch Rustem Nimetulljaew, Stifter der krim-tatarischen Gesellschaftsorganisation „Kyrym Birligi“, bestätigte, dass die Umfrageergebnisse tatsächlich die Situation auf der Halbinsel widerspiegelten.

    „Ich bin mit dieser Statistik einverstanden. Wer wird denn heute die Krim verlassen? Nur ein bis zwei Prozent können auf das Festland zum Studieren oder Arbeiten fahren. Im Grunde genommen leben alle auf der Krim. Alle sind mit allem zufrieden“, sagte Nimetulljaew.  

    Die Krim war im März 2014 — nach gut 22 Jahren in der unabhängigen Ukraine — wieder Russland beigetreten, nachdem die Bevölkerung der Halbinsel bei einem Referendum mehrheitlich dafür gestimmt hatte. Anlass für die Volksabstimmung war ein nationalistisch geprägter Staatsstreich in Kiew.

    Die neue ukrainische Regierung erkennt die Abspaltung der Krim nicht an. Die westlichen Staaten haben den Sturz von Präsident Viktor Janukowitsch und die von der Opposition gestellte Regierung in Kiew akzeptiert, jedoch nicht das Krim-Referendum. Nach dem Beitritt der Halbinsel zu Russland verhängten die USA und die EU Sanktionen gegen Russland und die Krim.

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    Tags:
    Umfrage, Krim-Tataren, EU, krim-tatarische Gesellschaftsorganisation Kyrym Birligi, Igor Barinow, USA, Krim, Russland, Ukraine