03:41 02 Juni 2020
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    Die chinesischen Behörden haben die Einleitung von Maßnahmen zur finanziellen Förderung der Eltern, die ein zweites Kind haben wollen, in Aussicht gestellt. Dies berichtete die Zeitung „China Daily“.

    Am 1. Januar 2016 war eine Verordnung in Kraft getreten, die die sogenannte Ein-Kind-Politik endgültig abgeschafft und es allen chinesischen Ehepaaren erlaubt hatte, ein zweites Kind zu haben. 

    Das Ergebnis ließ nicht lange auf sich warten: 2016 legte die Zahl der Geburten in China um 1,3 Millionen im Vergleich zum Vorjahr zu und machte 17, 8 Millionen aus. Das war der größte Zuwachs seit 20 Jahren. Laut Prognosen der Kommission für Gesundheitswesen und Familienplanung soll die Zahl der Geburten 2020 dank der Abschaffung der Ein-Kind-Politik einen Zuwachs von 17 Millionen aufweisen.

    „Das hat den Erwartungen völlig entsprochen, aber es gibt nach wie vor Hürden, die überwunden werden müssen", sagte der Vizechef der Kommission, Wang Pei'an, in der Sozialfürsorge-Konferenz am Samstag. Ein zweites Kind zu haben sei ein Recht jeder Familie in China, aber die „finanzielle Tragbarkeit" sei zu einem Problem geworden.

    Wie eine Studie der Kommission von 2015 ergeben hat, lehnen 60 Prozent der chinesischen Familien die Geburt eines zweiten Kindes vor allem wegen finanzieller Gründe ab.

    Deshalb erwäge die Regierung die Einleitung von „Belohnungen und Subventionen", die die Eltern dazu bewegen sollen, ein zweites Kind zu bekommen, so Wang.

    Die chinesischen Behörden sind über die Auswirkungen der jahrzehntelangen Ein-KInd-Politik besorgt, die die Alterung der Bevölkerung und einen Rückgang der Arbeitskräfte zur Folge hat.

    Der Zeitung „Renmin Ribao" zufolge soll die Zahl der Einwohner in China, die 65 Jahre und älter sind, 2030 280 Millionen Menschen und somit 20,2 Prozent der Bevölkerung betragen. Das ist doppelt so viel wie die heutige Bevölkerungszahl in Russland. Sollte die aktuelle Entwicklung auch weiter bestehen, würde die Zahl der Einwohner über 65 Jahre 400 Millionen ausmachen, was 30 Prozent der prognostizierten Bevölkerungszahl entsprechen würde. Die Zeitung beruft sich dabei auf den „Bericht über die finanzielle Entwicklung zur Versorgung der Älteren Menschen" von 2016.

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    Tags:
    Ein-Kind-Politik, Geburtenrate, China