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13:19 23 September 2019
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    US-Reporter in Schweden „von Polizei eskortiert“ – VIDEOs

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    Ein US-Journalist, der auf Einladung eines Redakteurs eines rechten Nachrichtenportals nach Schweden gereist ist, um sich ein eigenes Bild von den Vororten mit hoher Kriminalitätsrate zu machen, ist nach eigenen Angaben in dem vorrangig von Migranten bewohnten Stockholmer Vorort Rinkeby von der Polizei eskortiert worden.

    Tim Pool schrieb dazu auf Twitter, einige maskierte Männer hätten ihn verfolgt, woraufhin die örtliche Polizei ihn aus dem Viertel eskortiert habe. In einem Video sagt der Journalist, die Polizisten hätten ihn noch gewarnt, dass es schnell „sehr gefährlich“ werden könnte.

    ​Die Journalistin Emily Molli, die Pool begleitete, äußerte, sie hätte Polizisten gefragt, ob sie einen Einheimischen interviewen könne. Diese hätten ihr jedoch davon abgeraten, da auch das zu Ärger führen könnte.

    Gegenüber dem Portal „The Local“ soll ein Vertreter der Stockholmer Polizei gesagt haben, dass bislang keine Meldungen zu dem Vorfall vorlägen, aber weiter ermittelt werde.

    Pools Reise nach Schweden soll zum Teil von „Infowars“-Redakteur Paul Watson finanziert worden sein, nachdem Internet-User und Medien weltweit auf die Äußerung von US-Präsident Donald Trump über einen offenbar nicht stattgefundenen „Migrantenvorfall“ in Schweden reagiert hatten. „Schaut Euch an, was gestern Abend in Schweden passiert ist! Wer hätte das gedacht? Schweden!“, so Trump in einer Rede. „Sie haben große Zahlen aufgenommen und jetzt haben sie Probleme, die sie nie für möglich gehalten hätten.“

    Später hieß es aus dem Weißen Haus, Trumps Aussage habe sich nicht auf einen speziellen Vorfall bezogen.

    Wie berichtet worden war, kam es jedoch nach Trumps Rede in Rinkeby im Norden Stockholms am 20. Februar zu schweren Ausschreitungen. Dutzende Männer sollen Geschäfte geplündert und Autos in Brand gesetzt haben. Als Polizisten am Ort des Geschehens eintrafen, seien diese mit Steinen beworfen worden, woraufhin sie Warnschüsse abgegeben hätten.

    Watson hatte indes in einem Tweet angekündigt, den Aufenthalt von Journalisten „in Malmös Migranten-Vorstädten mit hoher Kriminalitätsrate“ zu finanzieren. Der Aufruf ging etwas nach hinten los, nachdem sich daraufhin offenbar Tausende bei dem Redakteur gemeldet hätten, um eine kostenlose Reise nach Schweden zu ergattern.

    ​Pool war nun eigenen Angaben nach mehrere Tage in Schweden, wo er Einheimische interviewt und in Malmö sogar eine Tour mit Stadtratsmitglied Nils Karlsson gemacht habe.

    „Ich will Malmös wahres Bild zeigen – ohne zu leugnen, dass es hier Probleme, Armut und Herausforderungen gibt. Aber ich will auch zeigen, dass die meisten der 330.000 Menschen, die in dieser Stadt leben, nicht an Verbrechen oder Gewalt beteiligt sind oder sich gegenseitig umbringen“, kommentierte Karlsson gegenüber „The Local“.

    ​Pool soll angeblich gesagt haben: „Wenn das das schlimmste ist, das Malmö zu bieten hat, dann kommen Sie niemals nach Chicago.“

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    Tags:
    Reporter, Journalismus, Kriminalität, Verbrechen, Gewalt, Polizei, Migranten, Donald Trump, Rinkeby, USA, Malmö, Stockholm, Schweden