12:52 18 August 2017
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    Walentina Tereschkowa

    16 Fakten, die Sie über die erste Frau im Weltall wissen müssen

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    „Das ist nun wirklich keine Frauensache!“ hatte man über Weltraumflüge gesagt, bevor Walentina Tereschkowa am 16. Juni 1963 mit dem Raumschiff „Wostok-6“ ins All flog. 71 Stunden dauerte der Flug, 48 Mal umkreiste die junge Kosmonautin unseren Planeten. Am 6. März dieses Jahres feiert die erste Raumfahrerin der Welt ihren 80. Geburtstag.

    In allen Ecken der Welt hörte man damals von der „Tschaika“ (Möwe) – so lautete Tereschkowas Codename. Doch ihr erster Weltraumflug war zugleich auch ihr letzter. Wir haben einige interessante Fakten über dieses weltberühmte Ereignis zusammengestellt.

    1. Der Codename „Tschaika“ war eine Idee Juri Gagarins, des ersten Menschen im Weltall.

    Juri Gagarin und Walentina Tereschkowa
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    Juri Gagarin und Walentina Tereschkowa

    2. Walentina Tereschkowa ist die einzige Frau der Welt im Rang eines Generalmajors der Luftstreitkräfte. Sie war der zehnte Mensch im Weltall und der sechste Kosmonaut der UdSSR.

    3. Vor ihrem Einsatz als Kosmonautin war sie begeisterte Fallschirmspringerin. 163 Mal ist sie mit einem Fallschirm aus dem Flugzeug gesprungen.

    Walentina Tereschkowa
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    Walentina Tereschkowa

    4. Die Bewerberinnen für den ersten Frauenflug ins All mussten strenge Auswahlkriterien erfüllen: Erfahrungen mit dem Fallschirm, Körpergröße von 170 Zentimetern und 70 Kilogramm Höchstgewicht waren ein absolutes Muss. Nur fünf Bewerberinnen wurden zum weiteren Training zugelassen, unter ihnen auch Tereschkowa. Im Zuge der Vorbereitungen wurde den Ausbildern klar, dass sie die perfekte Kandidatin für den Erstflug ist.

    5. Heute sind die Anforderungen deutlich leichter als jene Tests, die die Frauen vor einem halben Jahrhundert durchlaufen mussten: „Wir wurden in der Zentrifuge mit der zwölffachen G-Kraft gedreht, heute ist es nur das Achtfache. Wir saßen in einer Wärmekammer bei 80 Grad im Raumanzug. Wir mussten schon deutlich mehr aushalten“, sagt die Kosmonautin.

    Walentina Tereschkowa
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    Walentina Tereschkowa

    6. An ihrem ersten Flugtag sagte Tereschkowa ihren Verwandten, sie nehme an einem Fallschirmspringer-Wettkampf teil. Dass sie ins All geflogen war, erfuhren sie erst aus dem Radio.

    7. Vor dem Flug sagte Tereschkowa: „Hey, Himmel. Nimm deinen Hut ab! Ich komme zu dir!“

    Valentina Tereschkowa
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    Valentina Tereschkowa

    8. Ihre Meldung an das Flugkontrollzentrum am zweiten Tag ihres Raumfluges enthielt bestimmte Schlüsselwörter. „Richten Sie bitte allen aus, dass bei mir alles in Ordnung ist. Die Geräteanzeigen sind unverändert. Ich fühle mich hervorragend“, sagte Tereschkowa damals. Hätte sie gemeldet, sie fühle sich „in Ordnung“, wäre dies ein Zeichen für das Kontrollzentrum gewesen, den Flug unverzüglich abzubrechen und die Kosmonautin auf die Erde zurückzuholen.

    9. 30 Jahre nach ihrem Triumph wurde bekannt, dass „Tschaika“ haarscharf an einer Katastrophe vorbeischlitterte: Beim Landeanflug wechselte ihr Raumschiff plötzlich den Kurs und stieg in die Höhe – ein technisches Versagen, wie sich später herausstellte. Glücklicherweise konnte der Fehler rechtzeitig behoben werden, sodass Tereschkowa landen konnte. Der Raumfahrtingenieur Koroljow bat die Kosmonautin, niemandem von dem Vorfall zu erzählen. „Solange ich lebe, wird keine Frau mehr in den Weltraum fliegen“, schwor Koroljow damals. Er behielt recht: Die nächste Frau flog erst 1982 ins All, 16 Jahre nach seinem Tod.

    Walentina Tereschkowa und Sergej Koroljow
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    Walentina Tereschkowa und Sergej Koroljow

    10. Unversehrt blieb Tereschkowa bei der Landung aber nicht: „Als ich landete, wehte ein starker Wind, 17 Meter pro Sekunde. Das ist kein laues Lüftchen und die Kuppel war groß. Ich wurde vom Wind erfasst und ein wenig geschleift. Ich schlug mit der Nase gegen den Helm… Der blaue Fleck konnte sich schon sehen lassen“, erzählt die Kosmonautin.

    11. Nach ihrem legendären Flug gab es Pläne, eine Kosmonautinnen-Einheit zu gründen. Doch eine Reihe von Tragödien zog dem Vorhaben einen Strich durch die Rechnung. 1966 starb Koroljow, 1968 kam Gagarin bei einem Flugzeugabsturz ums Leben, einige Jahre später starben drei russische Kosmonauten bei ihrem Rückflug zur Erde. Das Frauen-Team wurde aufgelöst. Der plötzliche Tod Gagarins war für Tereschkowa nicht nur eine persönliche Tragödie, sondern auch das Ende ihrer Karriere: „Es wurde mir verboten, mich in ein Flugzeug zu setzen. Der Verlust des ersten Kosmonauten war derart schwer, dass man mich um jeden Preis erhalten wollte“, sagt sie.

    12. Insgesamt waren nur vier sowjetische und russische Frauen im Weltall: Walentina Tereschkowa, Swetlana Sawizkaja, Jelena Kondakowa und Jelena Serowa. Der Grund für diese Diskriminierung liege in der nationalen Mentalität, sagt Jelena Dobrokwaschina, Chef-Ärztin, die die Vorbereitungen der Kosmonautinnen begleitete.

    • Walentina Tereschkowa
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    • Swetlana Sawizkaja
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    • Jelena Kondakowa
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    Walentina Tereschkowa

    13. Bald nach ihrem Flug heiratete Walentina Tereschkowa den Kosmonauten Andrijan Nikolajew. Am 8. Juni 1964 kam ihre Tochter Jelena zur Welt, das weltweit erste Kind, dessen beide Elternteile Raumfahrer waren.

    14. Medien berichteten mehrmals über angebliche Experimente zur Zeugung im Weltall. Spezialisten aber dementieren diese Gerüchte vehement: „Sowjetische Kosmonauten haben, entgegen allen Gerüchten, die von Zeit zu Zeit auftauchen, nie irgendwelche Zeugungsexperimente im Erdorbit durchgeführt“, stellt Dr. Dobrokwaschina klar.

    Walentina Tereschkowa
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    Walentina Tereschkowa

    15. Weltraumtourismus sieht Walentina Tereschkowa mit Skepsis: „Ja, es gab schon viele Flüge, über 50 Jahre schon ist die Raumfahrt alt. Und doch ist noch vieles unerforscht“, sagt sie. „Bis die Menschen einfach so Weltraumtouren unternehmen können, wird noch mehr als ein Jahrzehnt vergehen.“

    16. Walentina Tereschkowa ist auch die einzige Frau, die einen Einzelflug unternahm. Alle anderen Frauen nach ihr flogen im Team.

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    Walentina Tereschkowa, Juri Gagarin, UdSSR, Russland
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