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    Tausende Zivilisten müssen aus Mossul fliehen, während irakische Truppen mit US-Unterstützung in die IS-besetzten Gebiete der Stadt vordringen. Die Terroristen schrecken indes vor nichts zurück, um Menschen an der Flucht zu hindern, wie RT in einer Exklusiv-Doku berichtet. Denn der IS braucht sie als lebende Schutzschilder.

    Das Hasan-Sham-Flüchtlingslager rund 25 Kilometer östlich von Mossul ist eine relativ kleine Notunterkunft: 10.000 Menschen finden hier normalerweise Platz. Das Lager wurde erst Anfang November 2016 errichtet, doch ist seine Aufnahmekapazität schon jetzt fast erschöpft. Derweil kommen täglich mehr neue Flüchtlinge nach Hasan Sham – eine Folge der US-geführten Großoffensive auf Mossul zur Befreiung der Stadt vom IS.

    RT-Korrespondent Murat Gasdijew war vor Ort. Was er dort von Flüchtlingen aus Mossul erfahren hat, lässt einen erschaudern: „Der IS bricht Männern und Frauen die Beine, um sie daran zu hindern, aus der Stadt zu fliehen“, so ein Mann, der gerade das Lager erreicht hat. „Als wir aus Mossul flohen, war eine Frau mit einem Baby bei uns. Das Baby fiel unterwegs in einen Fluss und wurde sofort mitgerissen. Aber niemand blieb stehen, um zu helfen. Alle liefen weiter.“

    Grausamkeit gibt es in den andauernden Kämpfen um Mossul auf beiden Seiten, wie die Augenzeugen laut RT berichten. Der „Islamische Staat“ (IS, auch Daesh) setze Zivilisten als lebende Schutzschilder ein und verübe eine Bestialität nach der anderen, um die Menschen an ihrer Flucht zu hindern. Derweil würden die irakische Armee und deren Verbündete so gut wie nichts unternehmen, um den Menschen zur Flucht zu verhelfen.

    Wem die Flucht dennoch gelungen ist, müsse jetzt um sein Haus und seine Verwandten fürchten, die immer noch in der Stadt gefangen sind.

    „Versucht jemand zu fliehen, wird ihm der Kopf abgeschlagen. Wenn du es aber doch schaffst, brennen sie dein Haus nieder und machen sich über deine Angehörigen her“, so ein anderer Mann. „Meine Kinder haben mich angefleht, sie da rauszuholen. Sie haben mich angefleht, nicht zu sterben, um sie da rauszuholen.“

    Doch die Menschen fliehen nicht allein vor dem IS, wie es in der Doku heißt. Berichten zufolge verübt das irakische Militär und die US-geführte Koalition Luft- und Artillerieschläge gegen die Dschihadisten ohne Rücksicht auf die Zivilisten in der Gegend.

    Die Terroristen wenden grausame Taktiken an, um den Angriffen zu entkommen: „Der IS schmeißt Menschen aus ihren Häusern. Die Dschihadisten bleiben dort für zwei, drei Tage, bis das Militär sie entdeckt. Wenn aber die Kampfjets kommen, ist der IS längst weg und die normalen Menschen sind in ihre Häuser zurückgekehrt“, sagt ein weiterer Flüchtling gegenüber RT. „Ich habe mit meinen eigenen Augen gesehen, wie drei Häuser auf diese Weise bei einem Luftangriff vernichtet wurden. 17 Zivilisten starben.“

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    Laut dem TV-Sender wurden in der Schlacht um Mossul mehrere tausend Menschen getötet oder verwundet, seitdem die irakische Armee an der Seite der US-geführten Koalition im Oktober 2016 eine Großoffensive begonnen hatte, um die Stadt zurückzuerobern. Nach 100 Tagen intensiver Kämpfe ist es der Koalition gelungen, einige Stadtteile östlich des Tigris zu befreien. Jetzt toben die Kämpfe um den Westen der Stadt, der nach wie vor vom IS kontrolliert wird.

    Schätzungen zufolge sind immer noch 750.000 Menschen in der umkämpften Stadt gefangen. Je näher die Kämpfe an die dichtbesiedelten Gebiete heranrücken, desto mehr Menschen versuchen zu fliehen.

    Allein in den vergangenen neun Tagen sind laut dem Sender rund 45.000 Menschen aus dem Westen Mossuls geflohen. Darunter sind 15.000 Kinder, wie das UN-Kinderhilfswerk laut RT am Freitag berichtet hat. Seit dem Beginn der Großoffensive sollen insgesamt rund 200.000 Menschen aus der belagerten Stadt geflohen sein.

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    Migranten, RT, Terrormiliz Daesh, Murat Gasdijew, Mossul