09:41 14 Dezember 2018
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    Situation in Mossul (Archivbild)

    Chemie-Attacke auf Mossul: IS-Kämpfer setzten neue Giftstoffe ein

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    Dutzende Kinder haben zum Teil schwere Verletzungen infolge des Chemieangriffs der Terrormiliz Islamischer Staat (Daesh, IS) Anfang März auf Mossul erlitten, wie Sputnik Arabic unter Berufung auf eine örtliche Quelle mitteilt.

    Die Weltgesundheitsorganisation berichtet von 12 Menschen, einschließlich Kinder und Frauen, die nach dem Chemieangriff derzeit in Krankenhäusern in Mossul behandelt würden.

    Die IS-Kämpfer beschossen der Sputnik-Quelle zufolge den Bezirk Rashidiya im östlichen Stadtteil mit vier mit Giftstoffen gefüllten Raketen. Der Beschuss soll aus dem westlichen Stadtteil, der sich weiterhin unter Kontrolle der Terroristen befindet, erfolgt sein. Die Chemiestoffe, die die Terroristen beim jüngsten Angriff nutzten, waren laut der Quelle wesentlich gefährlicher als Chlor oder Senfgas.

    Die Chemiestoffe für die Bomben werden allerdings nicht im Irak selbst hergestellt, sondern aus dem Ausland gemäß inoffiziellen Vereinbarungen geliefert, wie der Chef des Informationszentrums der irakischen Volksmobilisierungskräfte Zu al-Fakkar al Baladawi in einem Interview mit Sputnik Arabic sagte.

    „Die USA leisten Beistand bei der Versorgung von Terroristen mit diesen Chemiestoffen. Gleichzeitig warnen sie die örtlichen Einwohner vor der Gefahr der Chemieangriffe und verbessern somit ihr Ansehen im Kampf gegen die Terroristen“, sagte al Baladawi.

    Dem Experten zufolge werden derartige Chemieattacken als ein Mittel im Informationskampf genutzt. „Zum ersten Mal setzte der Daesh Chemiewaffen, Chlor und andere Giftstoffe im Süden der Provinz Salah ad Din ein. Damals achteten die Uno und die internationale Gemeinschaft jedoch nicht auf die Ermittlungen der irakischen Seite, die Berichte einiger Medien sowie die Berichte der Verletzten über das Erlebte und die Art der erlittenen Verletzungen“, betonte der Chef des Informationszentrums.

    Derzeit, wo die USA an der Spitze der internationalen Anti-IS-Koalition an der Mossul-Befreiungsoperation teilnehme, werde dieses Thema der Anwendung von Chemiewaffen durch Terroristen nun endlich auf der internationalen Ebene sowie in allen Medien der Welt aktiv diskutiert. „Obwohl wir früher jedenfalls viele Daten darüber lieferten, dass der IS eine Vielzahl von Stoffen für die Erzeugung von Chemiebomben zur Verfügung hat“, so al Baladawi.

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    Tags:
    Bomben, Angriff, Terroristen, Verletzte, Chemiewaffen, Informationskrieg, Kinder, Terrormiliz Daesh, Mossul, USA