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02:01 19 September 2019
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    Boeing 727

    Legendäre Boeing als Museumsflugzeug – Hobbypilot will die „Landshut“ zurückholen

    © AP Photo / Elaine Thompson
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    Thomas Liebelt aus Flensburg will das wohl bekannteste Flugzeug der Nachkriegszeit zurück nach Deutschland holen: Die Boeing 727 „Landshut“. 1977 befreite die GSG 9 die Lufthansa-Maschine auf dem Flughafen von Mogadischu. Palästinenser hatten sie entführt, um die in Stammheim inhaftierten RAF-Terroristen um Andreas Bader freizupressen.

    Das Flugzeug steht heute in Brasilien. Den Anstoß für die Idee, sie zurück zu holen, kam von seinem Sohn, erzählt Liebelt gegenüber Sputnik. Der ist wie sein Vater Hobbypilot und arbeitet bei der Lufthansa. Dadurch hatte er erfahren, dass die „Landshut“ verschrottet  werden sollte. „Kannst Du Dich nicht einmal darum kümmern?“, fragte der Sohn den Vater.

    Dieser erinnerte sich an den Oktober 1977, den „Deutschen Herbst“. Die „Landshut“ wurde damals von einem palästinensischen Kommando auf dem Weg von Mallorca nach Frankfurt entführt. Nach einer Odyssee über Rom, Larnaka, Dubai, Bahrain und Aden landete der Flieger, gesteuert vom Co-Piloten, in der somalischen Hauptstadt Mogadischu. Der Kapitän war von den Terroristen erschossen worden.

    Nach dem Anruf des Sohnes kam in Liebelt die Erinnerung wieder hoch. Gegenüber Sputnik schaut er zurück: „Die RAF-Zeit war für mich verängstigend und erschreckend. Man wusste nicht, wie wehrhaft ist die Demokratie? Als morgens durch den Rundfunk verbreitet wurde, dass die ‚Landshut‘ befreit wurde, ohne dass einer der Geiseln etwas Schlimmes passiert ist, war das eine große Erleichterung. So wie ich das in Erinnerung behalten habe fast so wie die Nachricht vom Fall der Mauer.“

    Der Unternehmer möchte das Flugzeug gern nach Flensburg holen und restaurieren lassen. Dort soll es neben dem Flughafen aufgebaut werden.

    Boeing 727 (L) und Boeing 737 (R)
    © AP Photo /
    Boeing 727 (L) und Boeing 737 (R)

    Rückholaktion: Auswärtiges Amt ist eingeschaltet

    Der Plan klingt gut. Der Knackpunkt sind die Kosten. Allein der Transport mit dem Schiff von Brasilien nach Deutschland werde knapp unter einer Million Euro verschlingen, schätzt Liebelt. „Das ist eine Nummer zu groß“, gibt der Kaufmann zu. Darum hat er sich an das Auswärtige Amt gewandt. Es hat bereits Gespräche mit der Stadt Flensburg gegeben. Zudem errechnen Experten, wie teuer der Aufwand für die Überführung des fast 47 Jahre alten Fliegers sei. Aber ob das Auswärtige Amt die Kosten wirklich übernimmt, das steht noch nicht fest.

    Außerdem hat Liebelt Mitbewerber, die die „Landshut“ ebenfalls als Museumsflugzeug ausstellen möchten, und zwar im hessischen Griesheim. Die Entscheidung, ob die legendäre Boeing zurück nach Deutschland kommt und wo sie stehen wird, ist also offen.

    Das komplette Interview finden Sie hier:

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    Tags:
    Boeing 727, Rote Armee Fraktion (RAF), Deutschland