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03:03 20 August 2019
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    Patricia Butler von U.S. Navy bei einer Konferenz, Juli 2013

    „Gesegnete“ Umstände: US-Marine ist schwanger

    © Foto: U.S. Navy / Carlos M. Vazquez II
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    Im letzten Jahr mussten deutlich mehr Marinesoldatinnen der US-Navy wegen Schwangerschaft den Dienst quittieren. Dahinter steckt ein System, wie die russische Zeitung „Rossijskaja Gaseta“ berichtet.

    Hunderte Frauen haben ihren Dienst bei der US-Navy wegen Schwangerschaft unterbrochen und dadurch „ihren Teams, dem Verteidigungshaushalt und der Wehrfähigkeit des Landes“ zusätzliche Probleme bereitet, meldet das US-Portal „The Stream“ laut der Zeitung.

    Die häufigen Schwangerschaften seien eine Gefahr für „die edlen Ziele der Gendergerechtigkeit, die der ehemalige US-Präsident Barack Obama ausgerufen hat“, heißt es.

    In 2016 habe die US-Navy 16 Prozent ihrer weiblichen Matrosen wegen „besonderer Umstände“ einen Dauer-Landgang verordnen müssen – zwei Prozent mehr als im Vorjahr.

    Indes koste die Versetzung einer Marinesoldatin vom Schiff aufs Land den US-amerikanischen Steuerzahler 30.000 Dollar, schreibt das Blatt. Das mache insgesamt 116 Millionen Dollar im Jahr aus. Doch neben den Extra-Kosten entstünden auch Personallücken, in die andere Besatzungsmitglieder einspringen müssten. Die Schwangerschaft seiner Mitarbeiter zu planen, schaffe das Pentagon bislang jedenfalls nicht.

    Die Obama-Administration habe das Problem bislang geheim gehalten, um das Programm der Gendergerechtigkeit in den Streitkräften nicht zu gefährden. Doch die Zahlen sprechen für sich: Im vergangenen Jahr waren 3.840 Soldatinnen auf US-Schiffen schwanger. 2015 waren es noch 3335.

    Seit die US-Streitkräfte gänzlich auf Berufsarmee umgestellt wurden, gibt es für Frauen viele Anreize dort zu dienen: Kostenlose Unterkunft, medizinische Versorgung, Ausbildung und Erholung. Schwangere kommen in den Genuss zusätzlicher Extras: Kostenlose pränatale Behandlung, frühkindliche Förderung, Kindergärten. „Schwangere müssen spätestens in der 20. Woche an Land versetzt werden. Es ist ein offenes Geheimnis, dass viele Frauen schwanger werden, um aus dem aktiven Dienst auszuscheiden, aber das großzügige Versorgungspaket zu behalten“, sagt ein Armee-Recruiter aus den USA laut der Zeitung.

    Wie der neue US-Verteidigungschef, James Mattis, zu den Schwangeren an Bord steht, ist laut dem Blatt noch unklar. Unlängst sagte er im Kongress, Frauen zum Dienst bei der Marine zuzulassen. Zuvor hatte er sich skeptisch dazu geäußert.

     

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    Tags:
    Schwangerschaft, Marine, Frauen, U.S. Navy, USA