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    Nach dem Putschversuch in der TürkeiLausanne, Schweiz

    Türkische Diplomaten fliehen in die Schweiz

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    Putschversuch in der Türkei (231)
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    Mehrere türkische Diplomaten haben Asyl in der Schweiz beantragt, wie die Zeitung „Tages Anzeiger“ berichtet.

    Um wie viele Personen es sich genau handelt, ist allerdings bislang nicht bekannt. Die Behörden der beiden Länder verzichteten bislang auf jede Stellungnahme.

    „Seit dem Putschversuch vom 15. Juli 2016 sind 408 Asylgesuche von türkischen Staatsangehörigen eingegangen. Darunter befinden sich auch vereinzelt Inhaber türkischer Diplomatenpässe. Da es sich um sehr wenige Einzelfälle handelt, kann der Bundesrat keine Zahlen bzw. Dienstorte öffentlich machen, weil dadurch auf konkrete Personen geschlossen werden könnte“, verlautete es aus dem Bundesrat in der Fragestunde des Nationalrats vom Montag. „Über die Chancen dieser Asylgesuche können keine Angaben gemacht werden, da es sich um Einzelfallprüfungen handelt“, hieß es weiter.

    Anfang der laufenden Woche hatte Ankara ein Dekret mit der Liste von 48 Namen, darunter Volkan Karagöz, dem türkischen Interims-Botschafter in der Schweiz, veröffentlicht. Den Personen wird vorgeworfen, die „Terrororganisation“ des islamistischen Predigers Fethullah Gülen zu unterstützen, der in der Türkei als Drahtzieher des fehlgeschlagenen Militärputsches vom vergangenen Juli gilt.

    Der SVP-Vertreter im Nationalrat Peter Keller fand es dem „Tages Anzeiger“ zufolge unverständlich, dass der Bundesrat keine konkrete Zahl nannte. Er räumte aber ein, dass es für den Bund schwierig sei, allen Seiten gerecht zu werden und Ankara dabei nicht vor den Kopf zu stoßen. „Es ist legitim, die Hintermänner eines Staatsstreichs zur Verantwortung zu ziehen, aber das muss natürlich rechtsstaatlich korrekt erfolgen“, so der Politiker. „Auf der anderen Seite wirken die Säuberungen im türkischen Staatsapparat und in den Streitkräften problematisch“, betonte Keller.

    Eine Gruppe türkischer Militärs hatte in der Nacht zum 16. Juli einen Putschversuch unternommen, der aber scheiterte. Der Umsturzversuch kostete rund 300 Menschen das Leben, knapp 1500 weitere wurden verletzt.

    Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan macht für den Putschversuch den oppositionellen Prediger Fatullah Gülen und dessen Anhänger verantwortlich. Bislang sind in der Türkei im Zusammenhang mit den Putsch-Ermittlungen Medienangaben zufolge über 120.000 Menschen, die meisten davon Beamte, verhaftet oder von ihren Posten entfernt worden.

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