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15:05 21 September 2019
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    Axt-Attacke im Bahnhof Düsseldor

    Düsseldorf: „Klaffende Wunde, als wäre in Baum geschlagen worden“ – erste Augenzeugen

    © AFP 2019 / Federico Gambarini / dpa
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    Zu dem als Amoktat eingestuften Axt-Angriff vom Düsseldorfer Hauptbahnhof am Donnerstagabend äußern sich erste Augenzeugen. Demnach haben Kinder „klaffende Wunden“ davongetragen, junge Männer seien bewusstlos aufgefunden worden.

    Gegenüber der Online-Ausgabe der Rheinischen Post äußerte sich beispielsweise eine namentlich nicht genannte junge Frau, die  in die betreffende S-Bahn Richtung mit dem Axt-Angriffer stieg. Sie habe ein 13-jähriges Mädchen gesehen, das mit der Axt verletzt worden sei. Das Kind habe eine klaffende Wunde am Oberarm gehabt, als hätte jemand mit einer Axt in einen Baum geschlagen. Die junge Frau „habe ihr geholfen, die Wunde zu versorgen, und ihre Eltern angerufen.“ In der Bahn gab es glücklicherweise einen Arzt-Koffer, mit dem das Opfer versorgt werden konnte. 

    Außerdem habe sie einen Mann, im Alter von um die 20 Jahre gesehen, der von einem Freund in die Bahn gezogen worden sei, offenbar bewusstlos, berichtet die Frau weiter. Er sei am Kopf verletzt, erst später aber wieder ansprechbar gewesen. In der Bahn hätten sich sofort mehrere Passagiere um den Mann gekümmert.

    Der Zugführer habe, so die Augenzeugin weiter, die Türen geschlossen. Mehrere  Fahrgäste aber wollten die Bahn verlassen. Der Fahrer habe dir Türen trotzdem erst mit Eintreffen der Bundespolizei geöffnet. Dazu habe er durchgesagt: „Sie sind jetzt sicher, die Polizei steht auf dem Bahngleis". Den Bahnhof durften die Reisenden anschließend jedoch zunächst nicht verlassen. Sie wurden von der Polizei als Zeugen befragt.

    Der 30-jährige Tobias Schneeberger aus Ratingen wurde ebenfalls zum Augenzeugen des Axtangriffes, und das mit seiner gesamten Familie. Er habe gegen 20.50 Uhr mit seiner Freundin und vier Kindern im Alter von neun Monaten, zwei, fünf und sieben Jahren am Düsseldorfer Hauptbahnhof am Gleis gegenüber auf eine andere S-Bahn gewartet. Der Täter sei ausgestiegen und zunächst mit seiner Axt am Bahnsteig auf und ab gelaufen.

    Zwischen 30 und 40 Jahre alt soll der Täter gewesen sein, er habe an einen Drogensüchtigen erinnert. Die Menschen hätten geschrien, seien weggelaufen, Taschen seien umhergeflogen. Die Züge hätten dauerhaft gehupt – "um den Täter zu irritieren".

    Als der Täter dann auf den nächsten Bahnsteig lief, habe Schneeberger seine Freundin und seine Kinder in den Aufzug gedrängt, an dem sie standen. „Ich habe mich vor die Kinder gestellt, damit sie den Mann nicht sehen." Sie seien dann mit dem Aufzug runter gefahren und hätten den Bahnhof verlassen.

    Am Donnerstag hat ein Mann in einer S-Bahn und am Hauptbahnhof in Düsseldorf mit einer Axt wahllos Passanten angegriffen und sieben Menschen verletzt, drei davon schwer. Auf der Flucht sprang er von einer Brücke, wurde dann schwerverletzt festgenommen. Laut Polizeiangaben ist er ein Einzeltäter. Auf einen terroristischen Hintergrund gebe es keine Hinweise.

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