10:02 10 Dezember 2019
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    Polizei-Großaufgebot in Niedersachsen: Radikaler Islamisten-Verein zerschlagen

    © AFP 2019 / Julian Stratenschulte / dpa
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    Das niedersächsische Landesinnenministerium hat den Verein „Deutschsprachiger Islamkreis Hildesheim“ laut dpa verboten, der als Hotspot der Salafistenszene galt. Hunderte Polizisten waren demnach am Dienstagmorgen im Einsatz, um den Verein aufzulösen.

    Insgesamt waren nach Angaben des Innenministeriums 368 Polizisten an der Operation beteiligt. Die Beamten durchsuchten die Moschee des Vereins, die im Erdgeschoss eines Mehrfamilienhauses in der Nähe des Hildesheimer Bahnhofes liegt. Auch Wohnungen von Vereinsmitgliedern seien durchsucht worden.

    „Mit dem Vereinsverbot wurde ein Hotspot der radikalen Salafistenszene in Deutschland zerschlagen“, zitiert die Agentur Niedersachsens Innenminister Boris Pistorius.

    Der Verein war Medienberichten zufolge schon seit längerem im Visier der Behörden gewesen und mehrmals durchsucht worden. Er galt als Treffpunkt radikaler Islamisten. Auch der Attentäter  vom Berliner Weihnachtsmarkt, Anis Amri, soll sich im Februar 2016 dort aufgehalten haben.

    Bereits im Juli 2016 soll die Polizei die Gebetsräume und mehrere Wohnungen des „Deutschsprachiger Islamkreis Hildesheim“ durchsucht haben. Die damals sichergestellten Beweismittel bestätigten laut der FAZ den Verdacht, dass Muslime in dem Verein zielgerichtet radikalisiert wurden. Sie seien zur Teilnahme am Dschihad in Kampfgebieten in Syrien und im Irak aufgerufen worden.

    Im November desselben Jahres wurde im Rahmen einer weiteren Aktion gegen radikale Islamisten, bei der die Hildesheimer Moschee erneut durchsucht wurde, der als Top-Islamist eingestufte Iraker Abu Walaa festgenommen. Er stand im Verdacht, Kämpfer für Syrien und den Irak zu rekrutieren. Er hatte Medien zufolge auch wiederholt in den Räumen des Hildesheimer Vereins gepredigt.

     

     

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    Tags:
    Razzia, Islamisten, Salafisten, Polizei, Anis Amri, Niedersachsen, Deutschland