04:24 14 November 2019
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    Ausbruch des Vulkans Calbuco in Chile

    Zorn der Erde: Sieben Naturkatastrophen, die unsere Zivilisation bedrohen

    © AFP 2019 / David Cortes Serey
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    Die Aufmerksamkeit der ganzen Welt ist heute auf Chile gerichtet, wo der Vulkan Calbuco erneut ausgebrochen ist. Wenn wir uns nun an die größten Naturkatastrophen der letzten zehn Jahre erinnern, dann können wir auch nur leicht erahnen, was uns künftig erwarten könnte.

    Die Natur rückt gegen die Menschen vor, ebenso wie die Menschen einst gegen die Natur vorgerückt waren.

    • Erdbeben in Japan im Jahr 2011
      Erdbeben in Japan im Jahr 2011
      © AFP 2019 / JIJI PRESS
    • Ausbruch des Vulkans Eyjafjallajökull auf Island
      Ausbruch des Vulkans Eyjafjallajökull auf Island
      © AP Photo / Brynjar Gauti
    • Erdbeben in der chinesischen Provinz Sichuan im Jahr 2008
      Erdbeben in der chinesischen Provinz Sichuan im Jahr 2008
      © Sputnik / Konstantin Tschepin
    • Folgen des Hurrikans Katrina in New Orleans
      Folgen des Hurrikans Katrina in New Orleans
      © AP Photo / David J. Phillip
    • Erdbeben auf Haiti
      Erdbeben auf Haiti
      © AP Photo / Gregory Bull
    • Ausbruch des Vulkans Calbuco in Chile
      Ausbruch des Vulkans Calbuco in Chile
      © REUTERS / Carlos Gutierrez
    • Indonesien - nach dem heftigen Pazifik-Tsunami 2004 und nach der Renovierung 2014
      Indonesien - nach dem heftigen Pazifik-Tsunami 2004 und nach der Renovierung 2014
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    © AFP 2019 / JIJI PRESS
    Erdbeben in Japan im Jahr 2011

    Ausbruch des Vulkans Calbuco in Chile

    Der Berg Calbuco in Chile ist ein recht aktiver Vulkan. Zuletzt war er vor über 40 Jahren ausgebrochen – im Jahr 1972, aber dieses Ereignis dauerte damals nur eine Stunde. Am 22. April 2015 aber hatte sich die Situation fatal geändert. Der Calbuco explodierte buchstäblich und begann, Vulkanasche bis in mehrere Kilometer Höhe auszuspeien.

    Ausbruch des Vulkans Calbuco in Chile
    © AP Photo / Carlos F. Gutierrez
    Ausbruch des Vulkans Calbuco in Chile

    Im Internet ist eine riesige Zahl an Videoclips über dieses erstaunlich schöne Naturschauspiel zu sehen. Aber schön wirkt es nur auf dem Bildschirm, tausende Kilometer vom Ort des Geschehens entfernt. Sich real in der Nähe des Calbuco zu befinden, ist dagegen furchterregend und lebensgefährlich.

    Ausbruch des Vulkans Calbuco in Chile
    © REUTERS / Rafael Arenas
    Ausbruch des Vulkans Calbuco in Chile

    Die chilenische Regierung hatte damals angeordnet, im Umkreis von 20 Kilometern alle Menschen zu evakuieren. Und das war nur eine erste Maßnahme. Bislang ist ungewiss, wie lange dieser Ausbruch anhalten und welchen Schaden er seiner Umwelt zufügen wird.

    Erdbeben auf Haiti

    Am 12. Januar 2010 wurde Haiti von einer bis dahin ungeahnt schlimmen Katastrophe heimgesucht. Es kam zu mehreren Erdstößen, von denen der Hauptstoß die Stärke 7 nach der Richter-Skala erreichte. Nach diesem Erdbeben lag praktisch das ganze Land in Ruinen. Selbst der Präsidentenpalast wurde zerstört — eines der großartigsten Gebäude Haitis, das wirklich kapital gebaut war.

    Laut offiziellen Angaben sind  bei dem Erdbeben selbst und danach mehr als 222.000 Menschen ums Leben gekommen,  etwa 311.000 erlitten Verletzungen.  Zudem hatten Millionen Bürger ihr Obdach verloren.

    Es kann nicht gesagt werden, dass ein Erdbeben der Stärke 7 in der Geschichte der seismischen Beobachtungen  außergewöhnlich wäre. Die verheerende Zerstörung ist vor allem mit dem desolaten Zustand der gesamten Infrastruktur und der äußerst niedrigen Qualität absolut aller Bauten in dem Gebiet zu erklären. Zudem hatte es die Bevölkerung nicht gerade eilig, den Verletzten erste Hilfe zu leisten und sich an den Bergungsarbeiten sowie am Wiederaufbau zu beteiligen.

    Erdbeben auf Haiti
    © AP Photo / Gregory Bull
    Erdbeben auf Haiti

    Letztendlich wurde ein internationales Militärkontingent nach Haiti entsandt, das in der ersten Zeit nach dem Erdbeben die Verwaltung des Staates übernahm, da seine traditionellen Machtorgane gelähmt und zudem äußerst korrumpiert waren.

    Tsunami im Pazifik

    Ausbruch des Vulkans Eyjafjallajökull auf Island

    Die schwer auszusprechende  isländische Bezeichnung Eyjafjallajökull wurde eines der populärsten Worte des Jahres 2010.  Und das alles dank eines Vulkanausbruches in der gleichnamigen Bergkette.

    Ausbruch des Vulkans Eyjafjallajökull auf Island
    © AP Photo / Brynjar Gauti
    Ausbruch des Vulkans Eyjafjallajökull auf Island

    Paradox daran ist, dass bei diesem Vulkanausbruch kein einziger Mensch zu Schaden kam. Dafür aber hatte diese Naturkatastrophe das Geschäftsleben in aller Welt und vor allem in Europa ernsthaft gestört. Denn die vom Vulkan ausgestoßene Aschewolke hat den Flugverkehr in der Alten Welt vollständig lahmgelegt. Somit destabilisierte diese Naturkatastrophe das Leben von Millionen Menschen in Europa und ebenso in Nordamerika.

    Tausende Flüge – für Passagiere wie für Frachten – mussten abgesagt werden. Die Fluggesellschaften mussten damals Tageseinbußen von über 200 Millionen Dollar in Kauf nehmen.

    Ausbruch des Vulkans Eyjafjallajökull auf Island
    © AP Photo / Jon Pall Vilhelmsson
    Ausbruch des Vulkans Eyjafjallajökull auf Island

    Erdbeben in der chinesischen Provinz Sichuan

    Ebenso wie bei dem Erdbeben auf Haiti ist die riesige Zahl der Opfer des schweren Erdbebens in der chinesischen Provinz Sichuan, das sich dort am 12. Mai 2008 ereignete, auf die niedrige Qualität der Bauwerke in der Gegend zurückzuführen.

    Erdbeben in der chinesischen Provinz Sichuan im Jahr 2008
    © Sputnik / Konstantin Tschepin
    Erdbeben in der chinesischen Provinz Sichuan im Jahr 2008

    Bei diesem Erdbeben der Stärke 8 und den folgenden Nachbeben haben in der Provinz Sechuan mehr als 69.000 Menschen den Tod gefunden, 18.000 Menschen sind verschollen, etwa 288.000 wurden verletzt.

    Bei all dem hatte die Volksrepublik China die internationale Hilfe im Katastrophengebiet stark eingeschränkt und versucht, das Problem aus eigener Kraft zu bewältigen. Experten sind der Ansicht, dass die Chinesen auf diese Weise das wahre Ausmaß der Katastrophe verbergen wollten.

    Erdbeben in der chinesischen Provinz Sichuan im Jahr 2008
    © Sputnik / Konstantin Tschepin
    Erdbeben in der chinesischen Provinz Sichuan im Jahr 2008

    Für die Publikation der realen Daten über die Opferzahl und die Zerstörungen, ebenso für Artikel über die Korruption, die zu derartig hohen Verlusten führte, haben die chinesischen Behörden selbst den namhaften chinesischen Gegenwartskünstler Ai Weiwei für mehrere Monate ins Gefängnis gesteckt.

    Hurrikan Katrina

    Übrigens hängen die Folgen von Naturkatastrophen nicht immer von der Bauqualität in dieser oder jenen Region und auch nicht vom Vorhandensein oder Nichtvorhandensein der Korruption ab. Ein Beispiel hierfür ist der Hurrikan Katrina, der Ende August 2005 die Südostküste der USA im Golf von Mexiko heimsuchte.

    Folgen des Hurrikans Katrina in New Orleans
    © AP Photo /
    Folgen des Hurrikans Katrina in New Orleans

    Der Hurrikan traf vor allem die Stadt New Orleans und den US-Bundesstaat Louisiana. Durch diesen Wirbelsturm war der Meeresspiegel gestiegen und an mehreren Stellen war der Damm, der die Stadt schützen sollte, gebrochen. Etwa 80 Prozent ihres Territoriums standen danach unter Wasser. Ganze Stadtviertel, Infrastrukturobjekte, Verkehrsentflechtungen und Kommunikationen wurden zerstört.

    Wer eine Evakuierung abgelehnt oder es nicht mehr geschafft hatte, der musste sich auf die Dächer retten. Die Hauptsammelstelle für die Menschen wurde das berühmte Fußball-Stadion „Superdome“. Aber für die Menschen verwandelte es sich zugleich in eine Falle, weil sie es nicht mehr verlassen konnten.

    Folgen des Hurrikans Katrina in New Orleans
    © AP Photo / David J. Phillip
    Folgen des Hurrikans Katrina in New Orleans

    Dieser Hurrikan forderte 1836 Todesopfer, mehr als eine Million Menschen verloren ihr Obdach. Der durch diese Naturkatastrophe zugefügte Schaden wird auf 125 Milliarden Dollar geschätzt. Selbst in den seitdem vergangenen Jahren ist es der Stadt nicht gelungen, wirklich zum normalen Leben zurückzukehren. Die Einwohnerzahl ist immer noch um ein Drittel geringer als 2005.

    Erdbeben in Japan im Jahr 2011

    Die schrecklichsten Naturkatastrophen geschehen dann, wenn natürliche Faktoren von menschlichen Einflüssen überlagert werden. Ein trauriges Beispiel war das Erdbeben 2011 in Japan. An die Erdstöße selbst und die direkten Folgen erinnert sich praktisch kaum noch jemand, dafür aber ist der unheilvolle Name Fukushima bis heute in aller Munde.

    Solche Naturkatastrophen sind nur eine Variante des Aussterbens unserer Zivilisation. Sputnik hat Ihnen hier die sieben schrecklichsten Gefahren für die Menschheit genannt, die mit der Zeit auch zu deren völligem Verschwinden führen könnten.

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    Tags:
    Vulkan, Hurrikan, Tsunami, Erdbeben, Haiti, New Orleans, Sichuan, Thailand, Chile, Japan, Island, Indonesien, China