19:12 29 März 2017
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    Ex-NSA-Agent Edward Snowden

    Keine „unangenehmen Zeugen“: Snowden darf nicht im NSA-Ausschuss aussagen

    © REUTERS/ Mark Blinch
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    Der Whistleblower Edward Snowden wird wohl nicht im NSA-Untersuchungsausschuss aussagen können. Der Bundesgerichtshof hat erklärt, dass die Opposition eine Befragung des Ex-Geheimdienstlers nicht erzwingen kann, wie dpa berichtet.

    Die Vertreter von Linken und Grünen im NSA-Untersuchungsausschuss repräsentierten nicht das dafür notwendige Viertel der Bundestagsabgeordneten, heißt es in der Entscheidung vom 23. Februar, die am Mittwoch veröffentlicht wurde.

    Der Grünen-Abgeordnete Konstantin von Notz und die Linken-Abgeordnete Martina Renner wollten durchsetzen, dass der NSA-Untersuchungsausschuss vom Kanzleramt zumindest Amtshilfe einfordern sollte, um Snowden in Deutschland befragen zu können. Er selbst zeige daran großes Interesse, wie sein deutscher Anwalt noch im vergangenen November angegeben hatte. Dazu müsse der Whistleblower allerdings vom Zugriff deutscher und ausländischer Strafverfolgungsbehörden verschont und vor Auslieferung an die Vereinigten Staaten gesichert werden.

    Weil die Große Koalition einen entsprechenden Antrag der Opposition ablehnte, wählten Grüne und Linke den Weg vor den Bundesgerichtshof. Eine Ermittlungsrichterin des BGH hatte der Ausschussminderheit im vergangenen November zunächst Recht gegeben und den NSA-Ausschuss verpflichtet, einen Beschluss im Sinne von Grünen und Linken zu fassen. Der Dritte Strafsenat hob die Entscheidung jetzt jedoch endgültig auf.

    Noch 2014 hatte sich der Untersuchungsausschuss darauf verständigt, den Whistleblower als Zeugen zu befragen. Grüne und Linke wollten, dass Snowden beim NSA-Ausschuss persönlich erscheint. Die Vertreter der Großen Koalition waren dagegen, aus ihrer Sicht sei eine Anhörung per Videoschaltung vollkommen ausreichend. Diesen Vorschlag lehnten wiederum die Opposition als auch Snowden selbst ab. Im Winter eskalierte der Streit wieder. Der Bundesregierung wurde vorgeworfen, sie wolle die Befragung eines „unangenehmen Zeugen“ verschleppen.

    Mit der Anhörung von Bundeskanzlerin Angela Merkel Mitte Februar wurde die Beweisaufnahme im NSA-Untersuchungsausschuss eigentlich bereits beendet.

    Es wäre also auch ohne die Entscheidung des BGH schwierig gewesen, noch einen Zeugen zu befragen. Das aktuelle Urteil des Bundesgerichtshofs bereite Snowdens Anhörung nun anscheinend endgültig ein Ende.

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    Alle Kommentare

    • avatar
      otto-remagen
      Das ist auch gut so. Und viel sicherer für Snowden. Was glaubt die Opposition? Das Deutschland ihn nicht an die USA ausliefern würde? Da träumen die Grünen und Linke wieder von einer deutschen Demokratie !!!
    • avatar
      billyvor
      Hat jemand etwas anderes erwartet?
      Mit einer Aussage Snowden könnten eventuell unangenehme Wahrheiten auf dem Tisch kommen. Und nichts fürchtet diese Regierung mehr.
      Die sind mit dieser Farce, die sich "Anhörung" Merkels nennt, hoch zu frieden und hoffen nun, dass das leidige Thema endlich vom Tisch kommt. Wirklich Aufklärung ist das Letzte, was sie wünschen (können).
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