18:23 17 November 2017
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    Französischen Polizei vor dem Gymnasium in Grasse, in dem es am Donnerstag zu einer Schießerei gekommen war

    Französischer Gymnasiums-Schütze war Fan von Columbine-Amokläufern

    © AFP 2017/ Valery HACHE
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    Der 17-Jährige, der bei einer Schießerei am Donnerstag mehrere Menschen in einem Gymnasium im südfranzösischen Grasse verletzt hat, hat sich als Bewunderer des Massakers von Columbine 1999 herausgestellt – einem der blutigsten Amokläufe in der US-Geschichte. Dies teilt die französische Zeitung „Le Monde“ mit.

    Das Titelbild auf der YouTube-Seite des Jugendlichen zeigt demnach Bilder vom Massaker an der Columbine High School mit den Leichen der Opfer. Darunter sei der Song des Rappers Ill Bill „The Anantomy of a School Shooting“ verlinkt.

    Auch seine Seiten bei Facebook und Twitter enthalten nach Zeitungsangaben ähnliche Grusel-Bilder sowie ein Video mit einem maskierten Mann, der wahllos um sich schießt und dann sich selbst umbringt.

    Die Identität des Täters ist bislang noch nicht bekannt. Doch nach Zeitungsangaben handelt es sich dabei um den Sohn des ultra-konservativen Stadtratsmitglieds, Killian B.

    Der Parteifreund des Vaters des Jugendlichen, Jean-Rene-Laget, beschreibt den 17-Jährigen als „völlig normal“: „Er ist ein völlig normaler junger Mann, der nie für Aufregung sorgte, ein bisschen schüchtern. Niemand hätte denken können, dass er zu so etwas fähig wäre.“

    Die französische Polizei hat nach Angaben von AFP bereits einen weiteren Verdächtigen gefasst. Bei dem Festgenommenen handle es sich um den Bruder eines Freundes des 17-jährigen Schützen.

    Am 20. April 1999 wurde von zwei Schülern der Columbine High School in einem nahe Littleton gelegenen Vorort von Denver im US-Bundesstaat Colorado ein Amoklauf verübt. Der 18-jährige Eric Harris und der 17-jährige Dylan Klebold ermordeten dabei zwölf Schüler im Alter von 14 bis 18 Jahren und einen Lehrer. Außerdem verwundeten sie 24 weitere Menschen und töteten anschließend sich selbst. Das Massaker von Columbine gilt als eines der schlimmsten in der langen Geschichte der Amokläufe in den USA.

    Am Donnerstag hatte es in einem Gymnasium im südfranzösischen Grasse eine Schießerei gegeben. Die französischen Behörden riefen daraufhin Terroralarm aus. Später teilte das französische Innenministerium mit, der Vorfall gehe auf Streitigkeiten zweier Schüler zurück und habe deshalb keinen Terrorbezug. Insgesamt wurden bei der Schießerei nach jüngsten Angaben 14 Menschen verletzt, darunter auch der Schuldirektor. Mehrere Schüler stehen Medienberichten zufolge immer noch unter Schock.

     

     

    Tags:
    Schütze, Amoklauf, Schule, Schießerei, Frankreich
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