19:12 29 März 2017
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    Etwa Hälfte aller Flüchtlinge psychisch krank: Deutschland überfordert - Studien

    © AP Photo/ Emilio Morenatti
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    Migrationsproblem in Europa (1261)
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    Seit 2015 sind über eine Million Asylsuchende nach Deutschland eingereist. Nach Angaben der Bundespsychotherapeutenkammer und der Arbeitsgemeinschaft Psychosozialer Zentren für Flüchtlinge und Folteropfer, haben bis zu 60 Prozent Erfahrungen hinter sich, die meist in psychischen Erkrankungen münden. Sputnik recherchiert.

    Psychische Erkrankungen unter Flüchtlingen  — ein Thema, dass trotz der Aktualität in den deutschen Medien heute kaum oder nur wenig behandelt wird. Dabei leiden aktuellen, Sputnik vorliegenden Studien zufolge, abertausende Flüchtlinge an Schlaflosigkeit, plötzlichen Aggressionen und undefinierbaren Schmerzen. All dies wird in der medizinischen Fachsprache nüchtern als „Posttraumatische Belastungsstörungen“ bezeichnet, wobei die möglichen Folgen solcher Erkrankungen gar nicht erst zur Debatte stehen. 

    Auf eine Anfrage von Sputnik teilte die Bundesweite Arbeitsgemeinschaft Psychosozialer Zentren für Flüchtlinge und Folteropfer (BAfF e.V. Berlin) unter Berufung auf mehrere Studien mit, dass derzeit etwa 40 bis 63 Prozent der Flüchtlinge unter psychischen Störungen leiden würden.

    „Wirklich überraschen können solche hohen Zahlen nicht, wenn man weiß, was Geflüchtete teilweise erleben mussten“, teilte eine Ansprechperson bei BAfF mit.

    Eine der repräsentativen Studien, auf die sich BAfF stützt, ist die vom Robert Koch-Institut aus dem vergangenen Jahr (Seiten 34-36). Demnach gehen die Forscher bei begleiteten  und  unbegleiteten  Minderjährigen  in  Deutschland von Prävalenzen (Rate der Erkrankten, Anm. d. Red.) für posttraumatische Belastungsstörungen (PTBS) maximal bis zu 60 Prozent  und für Depressionen bis 33,5 Prozent aus. Für Erwachsene seien es bis zu 76 Prozent. Dabei  können die Prävalenzen allerdings um einiges abweichen, was unter anderem durch kulturell oder sprachlich nicht adaptierte Screening- und Diagnostikinstrumente zu erklären sei. 

    „Dennoch ist festzuhalten, dass die Prävalenzen bei Asylsuchenden im Vergleich zur Bevölkerung Deutschlands um ein Vielfaches höher sind“, betonen die Forscher. So hätten beispielweise Kinder und Jugendliche in Deutschland eine Lebenszeitprävalenz von nur 1,3 Prozent und eine Prävalenz von 5,4 Prozent für Depressionen. 

    Patrouille an der ungarisch-kroatischen Grenze
    © AFP 2017/ Attila Kisbenedek
    In einem Standpunkt vom Dezember, den die Bundespsychotherapeutenkammer (BPtK) Sputnik bereitstellte, lag die PTBS-Rate in der zentralen Erstaufnahmeeinrichtung in Bayern 2015 bei 20,5 Prozent (Studie von Richter et al.), in Niedersachsen zu etwa derselben Zeit bei 24 Prozent (Studie von Kröger et al.). 

    „Die PTBS ist aber nur eine mögliche psychische Störung, unter der Geflüchtete leiden können. Neben PTBS sind vor allem Depressionen (etwa bei jedem fünften – Anm. d. Red.), Angststörungen, psychosomatische Leiden und Suchterkrankungen häufig. Mehr als die Hälfte der Geflüchteten (63,6 Prozent) leiden unter einer psychischen Erkrankung“, vermerkt die BPtK unter Berufung auf die Studie von Richter.

    Offensichtlich ist auch ein Anstieg zu verzeichnen: So hatte Dr. Dietrich Munz von der Bundespsychotherapeutenkammer gegenüber der FAZ bereits Ende 2015 behauptet, dass nach Einschätzungen der Kammer mindestens die Hälfte der eingereisten Menschen psychisch krank sei.

    Die von Sputnik recherchierten Zahlen basieren aber nur auf stichweisen Schätzungen: Trotz der Flüchtlingswelle im Jahr 2015 fehlt es immer noch an Spezialisten in Erstaufnahmestellen, die im Rahmen des medizinisches Screenings auch seelische Erkrankungen registrieren würden. Bei einer tieferen Untersuchung wäre dabei wohl nicht auszuschließen, dass gar die Mehrheit der Einreisenden aus Krisengebieten unter psychischen Störungen leide.

    In den Medien wird das Thema aber eher zurückhaltend behandelt – bei psychisch labilen Straftätern vermeidet man meist den Migrantenhintergrund zu erwähnen, und das aus verständlichen Gründen: Ein direkter Zusammenhang zwischen den Worten „Migrant“, „psychisch krank“ und „Straftat“ kann, aber muss nicht definitiv bestehen. Zudem hat eine Seelenkrankheit nicht unbedingt eine Straftat als Folge und kann je nach Ausprägung nach einiger Zeit auch ohne spezialisierte Behandlung vorbeigehen. Auch die Straftat an sich ist nicht immer auf eine Krankheit zurückzuführen, jedoch fast immer auf traumatische Erlebnisse oder inadäquate Verhältnisse  in der Familie oder dem Umfeld, das seinerseits auch von der Kultur des Herkunftslandes geprägt wird.

    Desto breiter scheint das Problemfeld zu sein – kann ein Mensch, der vor Kriegen, Armut und Krankheiten flüchtet eine gewisse Gefahr für die Gesellschaft und sich selbst darstellen, und wenn ja – wie sollte man das angehen? Immerhin entwickeln laut einer S3-Leitlinie mindestens 50 Prozent der Kriegs-, Vertreibungs- und Folteropfer eine PTBS (Flatten et al., 2011). Wie viele solcher Opfer leben bereits in Deutschland? Wie viele bedürfen einer Behandlung?

    So schreibt die „Zeit“-Journalistin Marie Gamillscheg, dass das Problem staatliche Kliniken bereits an die Grenze der Belastbarkeit treibt:

    „Die Therapie von Flüchtlingen findet meist in einem von 32 psychosozialen Zentren statt, die auch auf die Arbeit mit Folteropfern spezialisiert sind. Dort können bundesweit jedoch nur 5.147 Menschen im Jahr behandelt werden. Das sind weniger als 0,7 Prozent aller, die allein 2016 nach Deutschland kamen.“

    Obwohl Migranten auf psychologische Hilfe sehr angewiesen seien, genieße die nichtstaatliche psychologische Betreuung von Flüchtlingen derzeit aber nur wenig Unterstützung vom Staat und viele, teils sehr hohe Kosten (z.B. Dolmetscher) würden von den Krankenkassen nicht übernommen, weshalb sie auf Hilfe von Fonds und Spenden angewiesen seien. Und dass, obwohl medizinische Versorgung im Zuständigkeitsbereich der Bundesländer liegt und bei den einleuchtenden Zahlen wohl nicht nur auf ehrenamtlicher Basis erfolgen, sondern gesetzlich geregelt werden sollte.

    Für die Hilfe bei den Recherchen bedankt sich Sputnik herzlich bei den Pressestellen der Gesundheitsministerien der Bundesländer, der Bundespsychotherapeutenkammer und beim Bundesamt für Migration und Flüchtlinge.

    Bericht: Philipp Laiko

    Themen:
    Migrationsproblem in Europa (1261)
    Tags:
    PTBS, Posttraumatische Belastungsstörungen, Krankheiten, Straftaten, Psychologie, Migranten, Bundesweite Arbeitsgemeinschaft Psychosozialer Zentren für Flüchtlinge und Folteropfer (BAfF e.V. Berlin), Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF), BAMF, Deutschland
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    Alle Kommentare

    • avatar
      Eugen
      [...] kann ein Mensch, der vor Kriegen, Armut und Krankheiten flüchtet eine gewisse Gefahr für die Gesellschaft und sich selbst darstellen
      ------------- ??? -----------
      Das ist kein Anfängerfehler SPU !!
      Niemand von obigen besitzt des Status Flüchtling, es sei den er floh aus Polen, Frankreich, Dänemark....

      Was soll man von solchen "Vereinen" halten, die semantisch nicht auf der Höhe sind?
      zB. BAfF e.V. Berlin

      Wer hier versucht zu täuschen macht das nicht als Unbedarfter, eher absichtlich.
      ---------------------
      indem von „wirklichen Flüchtlingen“ gesprochen wird, die oft „in menschenunwürdigen Unterkünften“ leben müssen.
      .
      Mir scheint, hier will sich jemand durch das Anbiederungsgequatsche von „wirklichen Flüchlingen“ das Recht erschleichen, dann doch ein bißchen Kritik an der Überfremdungspolitik üben zu können, ohne mit der „Nazikeule“ eins drüber zubekommen. Das ist lächerlich: Denn der Feind wird dem erst recht eins überbraten, der ihm mit einem solchen anpassungsbraven Herumgerede zu erkennen gibt, daß er die Hosen bereits voll hat in dem Moment, da er den Mund aufmacht.
      .
      Wirkliche Flüchtlinge gab es zum Beispiel 1945 und danach – die heimatvertriebenen Deutschen aus den deutschen Ostgebieten. Wer bei illegal aus sicheren Drittstaaten ins Land des Deutschen Volkes einflutenden volksfremden Invasoren von „wirklichen Flüchtlingen“ spricht, der setzt die echten wirklichen Flüchtlinge herab, die als aus Teilen Deutschlands vertriebene Deutsche innerhalb Deutschlands Zuflucht fanden und die keine ungeheure Kriminalität und kein unverschämtes Anspruchsdenken mit sich brachten, sondern die als Volksdeutsche und somit Teil des Deutschen Volkes Enormes leisteten, Deutschland wieder aufzubauen!
      .
      Kein Volksfremder aber hat das Recht, sich gegen den Willen des Deutschen Volkes, des Souveräns, auf deutschem Boden niederzulassen und sich vom Geld des Deutschen Volkes aushalten zu lassen, wie es die BRD dem Deutschen Volke als Masseneinwanderung und -überfremdung aufzwingen will.
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      schlesier
      Psychisch krank - jawohl, das schützt vor Abschiebung .
    • Iswall65
      So ist es, wenn man auf dem Boden der Realität gelandet ist und die Zeit der Träumereien vorbei ist.

      Also nix mit Eigenheim, Auto und vollem Bankkonto.
      ( Wie sich das die meisten dieser Wirtschaftsflüchtlinge vorstellten )
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      wassermann1-lack
      Die meisten Migranten kommen nicht aus Ländern, in denen Krieg herrscht, sondern sind ganz normale Wirtschaftsflüchtlinge. Also muß deren psychische Störung einen anderen Grund haben. Vielleicht vermissen sie ja das Haus, das Auto und den versprochenen Wohlstand. Das kann natürlich auch schlaflose Nächte bereiten.
    • Politikscanner
      Und jetzt auch noch die brutal, deutsche soziale Kälte mit ihrer ausufernden Willkommenskultur. Na, man gönnt denen aber auch gar nichts.

      Mfg
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      tom.hanko
      Die Psychobande hat da gerade noch gefehlt.
      Das ist ja ein riesiger Abgreiffundus der vom Steuerzahler aufgefüllt werden muß.
      Die haben uns als Beurteiler des Zudringlings-Problems echt noch gefehlt.
      In der Regel sind die Psycholeute doch Frankfurter Schule und Freud lastig
      ,linkes Pack das Probleme schafft aber nicht löst.
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      ingbuerogoehring
      Da haben ja die Seelenklempner für sich eine glatte Goldgrube aufgetan.
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      Topol AK
      Da kann ja weiter der Köper und Geist mit der Axt bearbeitet werden. Kommt mir langsam vor,das wir als Therapie Mittel herhalten müssen. Ob man oder besonders die Frau!
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      tuermitz
      Schickt die Beknackten zurück wo sie herkommen da können Sie mit der Axt durch die Stadt laufen un sich gegenseitig den Schädel einschlagen
    • GermaneAntwort anschlesier(Kommentar anzeigenKommentar ausblenden)
      schlesier, So ist es! Betrifft in erster Linie auch die Regierung !
    • Ritterkreuzträger
      Versucht mal hier in Deutschland einen Termin beim Psychologen zu bekommen, dass sieht besonders für einen Deutschen ehr schlecht aus. Das die Flüchtlinge nun auch noch dieses Luxus abbekommen, wundern tut mich hier nichts mehr. Als Dank dreht dann ein IS-Flüchtling wieder mit Aluah Akbar Rufen im Stadtbus durch: www.nordkurier.de/neubrandenburg/messerstecherei-im-stadtbus-1527325903.html
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      ecklenburg
      Leider gab es keine derartige Erhebungen für die im 2. Weltkrieg usw. der Bevölkerung oder doch?Wo sind die Analysen der psychisch kranken Soldaten die im Ausland ihren Dienst
      absolvieren müssen
    • schwarzblutAntwort anEugen(Kommentar anzeigenKommentar ausblenden)
      Eugen, Da hat endlich mal Jemand die genfer Flüchtlingskonventionen gelesen UND verstanden!
      Richtig, keiner der hier ankommt ist ein Flüchtling!
    • Reichsbürger
      Das sind Illegale die hier nichts zu suchen haben, vorgestern wollte mich einer der Bereicherer aus dem Auto zerren ist Ihm nicht gelungen.
    • avatar
      EugenAntwort anschwarzblut(Kommentar anzeigenKommentar ausblenden)
      schwarzblut, die Mehrheit der Kommentatoren weiß das auch, mich wundert nur, daß die SPU Redaktion hier mit C&P MSM reinkopiert und deren babylönische Sprachverwirrung indirekt unterstützt bzw. verbreitet.
      Ohne klare Worte kein klarer Gedanke.
    • avatar
      Novaris
      Das Vordringlichste ist zunächst einmal die richtige Sprachregelung. Wer ist Flüchtling ? Flüchtling ist derjenige Migrant, der einen Asylantrag gestellt hat und dessen Antrag unter den Kriterien der Genfer Flüchtlingskonvention positiv beschieden wurde.
      Diesen Kriterien genügen nur etwa 5% der illegal einreisenden Migranten. Migranten, deren Asylantrag abgelehnt wurde, sind abzuschieben.
      Selbstverständlich muss psychisch kranken Flüchtlingen geholfen werden, wobei es jedoch preiswerter ist, diese Menschen in Einrichtungen in der Nähe ihres umkämpften Heimatlandes ausreichend zu versorgen. Abgelehnte und psychisch kranke Migranten können auch in Einrichtungen ihrer sicheren Heimatländer psychisch versorgt werden.
      Fazit : Die überschaubare Zahl von traumatisierten Flüchtlingen sollte in D problemlos versorgt werden können --------- wenn aber alle Migranten zu "Flüchtlingen" erklärt werden, erhöht sich die Zahl der Traumatisierten in von den Einrichtungen nicht zu bewältigende Höhen.
    • avatar
      NovarisAntwort anEugen(Kommentar anzeigenKommentar ausblenden)
      @ Eugen ....." Kein Volksfremder aber hat das Recht, sich gegen den Willen des Deutschen Volkes, des Souveräns, auf deutschem Boden niederzulassen und sich vom Geld des Deutschen Volkes aushalten zu lassen, wie es die BRD dem Deutschen Volke als Masseneinwanderung und -überfremdung aufzwingen will."
      ------------------------------------------------------------------------------------------
      Sonntagsfrage vom 18.03.2017 - EMNID :
      CDU/CSU 33% - SPD 32% - Grüne/B90 8% - Linke 8% -FDP 5%
      AfD schlappe 9%
      Folgende Koalitionen wären am 18.03.2017 möglich :
      CDU/CSU/SPD = 65%
      SPD/Grüne/B90/Linke = 48%
      Fazit : Die Deutschen wählen mehrheitlich die Politik des "weiter so".
      Gegen den Willen des Deutschen Volkes, des Souveräns, auf deutschem Boden läßt sich somit kein Migrant nieder !!! (Flüchtlinge willkommen)
    • avatar
      KUNO
      Ein erheblich Teil dieser "Traumatisierten" dürfte das Trauma aber erst erhalten haben, als diese den Widerspruch zwischen der Realität in Deutschland und den Versprechungen der Lockrufe linker Aktivisten und der der arabischen Schleußer erkannten.
      Es gibt in Deutschland weder das versprochene Haus, noch das Auto zum Nulltarif.
      Und die blonde Frau als Zugabe auch nicht. Und kalt ist es im Winter obendrein.
    • Germane
      40-60 % der Flüchtlinge - ABER 100 % im Bundestag !
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