11:19 16 Juni 2019
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    Ex-General Michael Flynn in Trump Tower

    Trump-Berater verheimlicht Kontakt mit russischer Studentin

    © REUTERS / Mike Segar
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    Michael Flynn, Ex-Sicherheitsberater von US-Präsident Donald Trump, hat vor dem Pentagon sein Gespräch mit einer russischen Studentin während eines Sicherheitsseminars in Cambridge verheimlicht, berichtet die Zeitung „Wall Street Journal“.

    Laut der Zeitung hatte sich der Vorfall im Februar 2014 ereignet. Damals war Flynn als Direktor des Verteidigungsnachrichtendienstes (Defense Intelligence Agency, DIA) tätig. Demnach soll ein Treffen Flynns mit einer Studentin, die die russische und die britische Staatsbürgerschaft hat, während eines Sicherheitsseminars in Cambridge stattgefunden haben. Swetlana Lochowa soll damals die Geschichte der russischen Geheimdienste studiert haben.

    Von Flynn habe man erwartet, dass er als Amtsleiter alle möglichen Kontakte mit Ausländern melden würde, insbesondere wenn die Rede von solch „einem unfreundlichen Land wie Russland“ sei, so die Zeitung unter Verweis auf einen hochrangigen mit der Situation vertrauten US-Beamten.
    Flynns Vertreter Price Floyd bestätigte den WSJ Angaben zufolge das Treffen. Es handle sich aber um einen Zufall. Es sei durchaus falsch, jenes Treffen irgendwie anders zu betrachten.  Dem DIA Vertreter Dan O'Brien zufolge, der im Februar 2014 das Londoner Büro des US-Geheimdienstes leitete, waren damals bei dem Seminar außer Lochowa noch etwa 20 andere Studenten anwesend.

    Lochowa selbst wollte sich WSJ zufolge zu dem Treffen nicht äußern, aber ein Bekannter von ihr soll bestätigt haben, dass sie ein "20 Minuten langes öffentliches Gespräch" hatte, und seitdem sollen  zwischen der  russischen Studentin und Flynn weder Treffen noch Gespräche stattgefunden haben.
    Zuvor wurde berichtet, dass die US-Geheimdienste die Kontakte zwischen Flynn und Russland überprüft haben. Demnach sollen die US-Bundespolizei FBI, der Auslandsgeheimdienst CIA und die nationale Sicherheitsagentur NSA „den Charakter der Kontakte Flynns mit russischen Vertretern geklärt haben, und ob diese der geltenden Gesetzgebung entsprochen haben“.

    Wann genau die Geheimdienste diese Ermittlungen durchgeführt hätten und zu welchen Ergebnissen sie gekommen seien, sei jedoch unbekannt. Konkret handele es sich um Telefonate zwischen Flynn und  dem russischen Botschafter in den USA Sergej Kisljak insbesondere am 29. Dezember, als die scheidende Obama-Administration die Russland-Sanktionen verlängert hatte. Außerdem sollen laut einem WSJ-Informanten frühere Kontakte Flynns mit russischen Amtspersonen unter die Lupe genommen worden sein.

    Flynn wurde im Januar 2017 als Sicherheitsberater des US-Präsidenten eingesetzt. Im Februar aber musste er wegen seiner „russischen Kontakte“ kündigen. Laut Medien soll er den US-Vizepräsidenten Mike Pence über seine Kontakte mit dem russischen Botschafter Sergei Kisljak falsch informiert haben.

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    Tags:
    Geheimdienst, Ausländer, Spionage, US-Verteidigungsnachrichtendienst (Defense Intelligence Agency, DIA), US-Geheimdienst NSA, FBI, CIA, Dan O'Brien, Price Floyd, Swetlana Lochowa, Michael Flynn, Donald Trump, Sergej Kisljak, Cambridge, Großbritannien, USA