01:30 30 April 2017
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    Russischer „Spion“ in Warschau verurteilt

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    Ein Gericht in Warschau hat einen russischen Staatsbürger zu vier Jahren Haft verurteilt. Der Rechtsanwalt Stanislaw S. war 2014 verhaftet worden. Die polnischen Behörden warfen ihm vor, im Sold des russischen militärischen Nachrichtendienstes GRU gestanden zu haben.

    Der Verurteilte besitzt neben dem russischen auch einen polnischen Pass. Seine Eltern behaupten, dass sich die Anklage allein auf Aussagen eines nicht näher bezeichneten Geheimagenten des polnischen Inlandsgeheimdienstes ABW gestützt habe. Nach ihren Angaben konnte keiner der Anklagepunkte während des Prozesses bewiesen werden.

    Der Prozess gegen Stanislaw S. fand unter Ausschluss der Öffentlichkeit statt. Der Ankläger hatte zuerst zehn Jahre Freiheitsentzug gefordert, milderte dann seine Forderung auf sechs Jahre. Die Verteidigung hingegen bestand auf Freispruch.

    Vor seiner Verhaftung hatte der studierte Jurist Stanislaw S. in polnischen Medien mehrere Artikel über die russische Wirtschaft veröffentlicht und sogar in Sitzungen des polnischen Parlaments (Sejm) als Experte referiert.

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    Tags:
    Agentur für innere Sicherheit (ABW), Polen