18:31 19 Oktober 2017
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    Britische Premierministerin Theresa May

    May macht nicht nur Politik

    © REUTERS/ Toby Melville
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    Sie ist in einen Sog geraten, der Großbritannien durch die Brexit-Ära führen soll. Theresa Mays Stil aber ist, abgesehen von umstrittenen Lederhosen, absolut nicht dramatisch, schreibt Vogue-Redakteurin Gaby Wood.

    ​Die britische Premierministerin Theresa May war die erste ausländische Politikerin, die sich mit dem neuen US-Präsidenten Donald Trump traf. Sie war auch in der muslimisch geprägten Türkei zu Gast, um den Staatschef Recep Tayyip Erdogan zu treffen. Sie war in die Schusslinie geraten, als sie Trumps Handlungen nicht sofort verurteilte und ihn gar zu einem offiziellen Besuch nach London einlud. Sie kam nach Hause, wo ein Mitglied der oppositionellen Labour Party ihr den Spitzenamen „Theresa the appeaser” (zu Deutsch: Theresa-Beschwichtigerin) gab, in Analogie zum ehemaligen Premierminister Neville Chamberlain, der für seine Appeasement-Politik gegenüber dem nationalsozialistischen Deutschland bekannt war. Tausende Protestierende versammelten sich an der Downing Street.

    ​Und trotz alledem, so schreibt Wood für die Vogue, sei May eben nicht nur Politikerin, sondern auch eine Frau. Und zu einer der kleinen Freiheiten, die sie um jeden Preis beibehalten wolle, zähle May offenbar die Möglichkeit, sich nach ihrem eigenen Geschmack zu kleiden. Sie hat keine Stilisten und kauft ihre Kleidung in einer kleinen Boutique in Henley, einer kleinen für Segelregatten bekannten Stadt.

    Britische Premierministerin Theresa May
    © REUTERS/ Agencja Gazeta/Przemek Wierzchowski
    Meistens kauft May Kleidung britischer Designer, allerdings sehe sie offenbar keine Notwendigkeit, sich nur auf „eigene“ Hersteller zu beschränken.

    Einst trug sie braune Lederhosen zum Preis von fast 1000 Pfund Sterling (etwa 1154 Euro) bei einem Interview für die Zeitung „The Times“. Diese Kleidungswahl löste eine Kritikwelle im Netz aus, die unter der Bezeichnung „Trousergate“ um die Welt ging. Hat eine solche Reaktion May überrascht? „Pfft“, sagte sie. „Sehen sie, während meiner ganzen politischen Karriere haben Menschen stets kommentiert, was ich trage. Das passiert halt, und man akzeptiert es“, so die Ministerin gegenüber Vogue. „Das hält mich jedoch nicht davon ab, auszugehen und die Mode zu genießen.“

    ​„Es ist wichtig, zeigen zu können, dass eine Frau einen solchen Job machen und dabei ihr Interesse für Kleidung beibehalten kann“, betonte May.       

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    Tags:
    Politik, Kleidung, Mode, Vogue, Theresa May, Großbritannien
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