12:24 03 Juni 2020
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    Generell begrüßen Jugendliche die Idee eines einheitlichen Europas, halten aber nicht viel von der Aufnahme von Migranten und sehen diese sogar als eine Bedrohung für die Sicherheit. Das zeigt eine aktuelle Umfrage der Bertelsmann-Stiftung, berichtet der „Spiegel Online“. Eine Ausnahme machen dabei Deutschland und Österreich.

     

    Die Studie wurde unter Jugendlichen und jungen Erwachsenen in den vier Visegrád-Staaten Polen, Slowakei, Tschechien und Ungarn sowie in Deutschland und Österreich durchgeführt.

    Den Ergebnissen zufolge schätzt die Jugend die EU vor allem für den Frieden, den die Union bietet. Ein weiterer Vorteil der EU-Mitgliedschaft sei die Freiheit, in Europa zu reisen und sich überall zum Wohnen und Arbeiten niederlassen zu können.

    Wenn es um die Aufnahme von Flüchtlingen geht, scheinen da nur die Deutschen und Österreicher eine positive Einstellung zu bewahren. Die Frage lautete:

    „Sollte dein Land in Übereinstimmung mit international vereinbarten Regeln und Standards, Flüchtlingen aus militärischen Konflikten oder Opfern von politischer Unterdrückung Asyl und Schutz gewähren?“

    73 Prozent der befragten Deutschen antworteten darauf mit „ja“. Nur 26 Prozent waren der Meinung, Deutschland sollte keine Migranten ins Land lassen. Unter den Österreichern sahen die Ergebnisse ähnlich aus: 61 Prozent hießen Flüchtlinge willkommen, 39 Prozent nicht.

    Ganz anders sahen es die Jugendlichen aus den Visegrád-Staaten: Die meisten Umfrageteilnehmer (Polen – 73 Prozent, Slowakei – 75 Prozent, Tschechien – 70 Prozent, Ungarn – 72 Prozent) wollten, dass ihr Land Menschen, die vor Krieg oder Verfolgung flüchten, keinen Schutz biete.

    Was den Beitrag der Migranten zum wirtschaftlichen Wachstum des jeweiligen Landes betrifft, waren in den befragten Ländern in Deutschland die meisten davon überzeugt (42 Prozent – „ja“, 40 Prozent – „nein“). In Österreich (46 Prozent), Polen (58 Prozent), Tschechien (65 Prozent), der Slowakei (73 Prozent) und Ungarn (78 Prozent) waren die Studienteilnehmer der Meinung, Migration bringe keinen wirtschaftlichen Vorteil für ihr Land.

    Die meisten Befragten hielten Flüchtlinge darüber hinaus für eine Gefahr für die öffentliche Sicherheit des eigenen Landes. Nur in Deutschland und Österreich sah man diesen Aspekt anders: 27 Prozent der Deutschen hielten Migranten für eine Gefahr, 58 Prozent lehnten diese Haltung ab, 15 Prozent konnten sich nicht entscheiden. In Österreich sah das Ergebnis ähnlich aus: Nur 36 Prozent sahen Flüchtlinge als Gefahr.

    In den Visegrád-Staaten waren die meisten Befragten (Polen – 60 Prozent, Slowakei – 68 Prozent, Tschechien – 60 Prozent, Ungarn – 70 Prozent) jedoch der Ansicht, Immigranten würden die öffentliche Sicherheit gefährden.

     

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    Tags:
    Migranten, Umfrage, Der Spiegel, Europäische Union, Slowakei, Ungarn, Tschechien, Polen, Österreich, Deutschland