09:05 16 Dezember 2019
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    Rettungsarbeiten nach dem Absturz einer Germanwings-Maschine in den französischen Alpen im März 2015 (Archivbild)

    2 Jahre nach Germanwings-Absturz: Eltern von Andreas Lubitz bezweifeln Suizidabsicht

    © REUTERS / French Interior Ministry/DICOM/Y. Malenfer
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    Die Eltern von Andreas Lubitz, der im März 2015 den Absturz einer Germanwings-Maschine verursacht hatte, gehen davon aus, dass dieser das Flugzeug nicht vorsätzlich abstürzen ließ. Sie wollen nun am Freitag, am zweiten Jahrestag der Katastrophe, ein eigenes Gutachten präsentieren.

    In der Einladung zur Vorstellung des Berichts zweifelt laut „Zeit Online“ der Vater des Amok-Piloten „die Annahme des dauerdepressiven Copiloten, der vorsätzlich und geplant in suizidaler Absicht das Flugzeug in den Berg gesteuert haben soll“, an. Das Gutachten soll am Freitag auf einer Pressekonferenz in einem Berliner Hotel präsentiert werden.

    „Wir sind der festen Überzeugung, dass dies nicht richtig ist“, schreibt Günter Lubitz, der Vater von Andreas, in Bezug auf dessen angebliche Suizidabsicht. Laut der Familie Lubitz sind bei der Aufklärung der Ursachen Aspekte vernachlässigt worden und viele Fragen unbeantwortet geblieben.

    Der Luftverkehrsfachmann und Journalist Tim van Beveren soll mit dem Gutachten von der Familie beauftragt worden sein. Er will gemeinsam mit Günter Lubitz die Fragen der Journalisten am Freitag beantworten.

    Die Staatsanwaltschaft in Düsseldorf hatte vor mehreren Wochen das Ermittlungsverfahren in dem Fall eingestellt. Im Rahmen dessen soll bis dahin vor allem untersucht worden sein, ob die Ärzte oder die Lufthansa (die Muttergesellschaft von Germanwings) von einer Suizidgefährdung von Andrea Lubitz hätten wissen können. Sowohl Günter Lubitz als auch van Beveren sollen allerdings behaupten, dass die Staatsanwaltschaft von der These abgerückt sei, Andreas habe an einer Depression gelitten.

    „Ich finde das sehr schlimm“, sagte Elmar Giemulla, ein Anwalt der Opfer, gegenüber der „Rheinischen Post“. „Sich genau auf die Sekunde zu dem Zeitpunkt äußern zu wollen, an dem vor zwei Jahren die Maschine abgestürzt ist, das ist unverantwortlich. Aus Sicht der Opfer ist das geschmacklos und dürfte für viele von ihnen belastend sein.“ Ihm zufolge wolle Günter Lubitz eine Theorie verbreiten, die „seinen Sohn freispricht von jeglicher Schuld“.

    Bei dem Absturz eines Airbus A320 der Lufthansa-Tochter Germanwings in den französischen Alpen sind am 24. März 2015 alle 149 Flugzeuginsassen umgekommen. Die deutschen Justizbehörden gehen von einer absichtlichen Tat und Alleinverschulden von Co-Pilot Andreas Lubitz aus. An Bord der Maschine, die aus Barcelona nach Düsseldorf unterwegs war, befanden sich neben Deutschen und Spaniern auch Bürger der Türkei, der USA, Belgiens, Dänemarks, Japans und anderer Staaten.

    Absturz des Germanwings-Airbus A320 über Südfrankreich
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    Absturz des Germanwings-Airbus A320 über Südfrankreich
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    Gutachten, Ermittlungen, Suizid, Flugzeug, Absturz, Germanwings, Lufthansa, Berlin, Düsseldorf, Deutschland