18:39 20 September 2017
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    Eingangstor mit der für KZ gängigen zynischen Parole Arbeit macht frei in Oranienburg

    Nazi-Slogan bei Fashion Week: 15-jähriger „Mode-Maestro“ greift voll daneben

    © AP Photo/ Markus Schreiber
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    Männer-Fashion-Week in Mailand: Was man erwartet, sind neue Fashiontrends für modebewusste Männer und durchtrainierte Models. Womit man hingegen nicht rechnet, sind Botschaften, die an Massenmord und Krieg erinnern. Dem 15-jährigen italienischen Modedesigner „Mercy“ war das offenbar nicht ganz klar.

    Am Montag veröffentlichte das Magazin „Hero“ einen Artikel: „Gespräch mit 15-jährigem italienischen Männermoden-Maestro, der auf der Fashion Week ausstellt“.

    Was danach folgte, ist allerdings nicht mehr vollständig nachvollziehbar – vor allem die Bilder. Das Magazin hat nämlich den Artikel, abgesehen von der Überschrift, inzwischen von der Seite entfernt. Aber Screenshots, Empörung und einige unbeantwortete Fragen bleiben.

    Offenbar zierte eines der von dem 15-Jährigen bedruckten T-Shirts die Aufschrift „Arbeit macht frei“. Und obwohl der Artikel entfernt wurde, gab es flinke Internetportale, die sich schon Screenshots davon sicherten.

    Und nun will „Hero“ auf seiner Seite erklären, was passiert sei – und liefert eine Entschuldigung, die vielen kaum plausibel scheint und noch mehr übel aufstoßen kann.

    „Wir haben den Inhalt dieses Artikels entfernt, nachdem wir darauf aufmerksam gemacht wurden, dass eines der darin abgebildeten Produkte eine beleidigende Phrase enthielt. Das wurde in unserem Foto-Bearbeitungs-Prozess übersehen, was uns aufrichtig leid tut. Der Designer des Produkts erklärte später, dass er die historische Bedeutung nicht verstanden habe, und sich aufrichtig dafür entschuldigt, falls sich jemand verletzt gefühlt habe. Wir schließen uns ihm an“, heißt es nun anstelle des ursprünglichen Artikels.

    Auf Facebook gibt es bereits einige Reaktionen darauf. „Dandy Diary“ schreibt zum Beispiel:

    „Vielleicht sollte ‚Mercy‘ sich vorerst doch lieber auf seine schulische, als auf seine Designer-Laufbahn konzentrieren. Wobei beide jetzt nicht unbedingt besonders vielversprechend aussehen.“

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    Tags:
    Mode, Arbeit, Konzentrationslager, Nationalsozialismus (Nazismus), Mailand, Italien
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