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    Julia Samoilowa bei den Paralimpischen Spielen 2014

    „Politisierter Kindergarten“: ESC-Fans über Kiews Einreiseverbot für Samojlowa

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    Deutsche Fans des Eurovision Song Contest (ESC) haben die Entscheidung der ukrainischen Regierung in Kiew, der russischen Sängerin Julia Samojlowa die Einreise zu verbieten, in ihren Kommentaren auf der offiziellen Seite Eurovision.de heftig kritisiert.

    „Es ist schon erschreckend, wie die Ukraine diesen Wettbewerb politisiert. Als EBU würde ich den ESC aus diesem Land abziehen. Sollte kein vernünftiger Kompromiss gefunden werden, schaue ich es mir auf jeden Fall nicht mehr an“, schrieb beispielsweise User Tom.

    „Das Ganze ist wie im Kindergarten. Einfach lächerlich!“, ist Nutzerin Estelle empört.

    „Ja, wieder mal was aus der Abteilung ESC und Politik. Aber ich hätte einen Vorschlag: Sie singt ihren Beitrag in Moskau live mit einer Schalte in den laufenden ESC (ich weiß, das ist eigentlich nicht der Sinn). Die Show wäre komplett und dann sehen wir wie es ausgeht“, meint Nutzerin Martina.

    „Ich meine, es ist wirklich schlimm, was passiert ist. Aber dies gehört nicht in einen Wettbewerb wie den ESC. Meine Meinung“, schreibt eine Userin Gaby. „Und dann schließen sie einfach die Russen aus. Okay, ihre Entscheidung. Dann müssen sie sich aber nicht darüber wundern, dass die Ukraine als schlechter Gastgeber wahrgenommen wird. Hätten sie die Sängerin auftreten lassen, wäre es ein Zeichen der Versöhnung gewesen.“

    Ein anderer Teil der deutschen ESC-Fans unterstützen die Entscheidung der ukrainischen Regierung aber auch – und bezeichnete diese gar als „absolut richtig“.

    „Das war zu erwarten. Schade für Julia. Aber die Russen wussten ganz genau, was sie taten und wollten nur provozieren“, ist sich User Thomas sicher.

    Am Vortag hatte Russlands Außenministerium die Entscheidung Kiews, der russischen ESC-Teilnehmerin Julia Samojlowa die Einreise in die Ukraine zu verbieten, als zynisch und unmenschlich kritisiert. Der Europäischen Rundfunkunion (EBU), die den Musikwettbewerb organisiert, liegen laut eigenen Angaben keine offiziellen Informationen dazu vor.

    Samojlowa soll 2015 ohne eine Erlaubnis aus Kiew die Halbinsel Krim besucht haben, wie der ukrainische Außenminister Pawel Klimkin zuvor sagte. Kiew sehe das als Grenzverletzung. Doch laut dem Supervisor des Eurovision Song Contest, Ola Sand, mache die EBU der 27-jährigen Sängerin keine Vorwürfe.

    Die russische ESC-Teilnehmerin Julia Samojlowa darf nicht beim diesjährigen Eurovision-Wettbewerb in Kiew auftreten. Der ukrainische Geheimdienst hat ihr auf drei Jahre die Einreise in die Ukraine verboten. 

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    Tags:
    Entscheidung, Kindergarten, Kritik, Einreiseverbot, Politik, ESC-2017, Deutschland, Russland, Ukraine