06:00 19 November 2019
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    Mohnfelder kaputt – Indische Bauern leiden unter drogenabhängigen Papageien

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    Die Bauern mehrerer indischer Bundesstaaten beschweren sich über drogensüchtige Papageien, die ihre Mohnfelder verwüsten. Bis zu zehn Prozent der Ernte verlieren die Landwirte auf diese Weise, berichtet die britische Zeitung „The Daily Mirror“.

    Dieses Phänomen ist erstmals 2015 in der Nähe der Stadt Chittorgarh im Bundesstaat Rajjasthan beobachtet worden, so das Blatt. Doch seit diesem Jahr greifen die Vögel auch in den benachbarten Gegenden die Mohnfelder an. Die Zahl der opiumsüchtigen Vögel steige von Jahr zu Jahr, heißt es.

    Die Papageien warten, bis die Bauern die Mohnköpfe anschneiden, damit diese schneller reifen. Dann stürzen sich die Vögel auf die Pflanzen, beißen die Stängel durch und fliegen mit der Beute auf höhere Bäume, um dort den Mohn zu naschen. Nach dem Schmaus schlafen die Mohnräuber für mehrere Stunden ein und werden dabei leichte Beute für die zahlreichen Raubvögel.

    „Normalerweise machen die Papageien einen Mordslärm, wenn sie sich zu Schwärmen versammeln. Aber diese Vögel sind so schlau, sie machen kein einziges Geräusch, wenn sie auf unsere Felder fliegen“, sagt ein Bauer aus der Gegend. Um die Viecher zu vertreiben, zünden die Landwirte Böller, schlagen auf Blechtrommeln und werfen Steine. Doch sind diese Mittel nur mäßig effektiv: Die Sucht der Papageien ist stärker.

    Dabei wird der Opiumanbau vom Staat strengstens überwacht. Die Landwirte müssen sich strikt an vereinbarte Liefermengen halten, etwaige Verluste werfen bei den Behörden Fragen auf – Papageienplage hin oder her.

     

     

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    Tags:
    Drogen, Papagei, Indien