09:42 20 September 2018
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    Die Guardia Civil in der spanischen Exklave Melilla.

    Spanische Exklave in Nordafrika: Migranten durchbrechen mit Auto Grenzsperre

    © REUTERS / Jesus Blasco de Avellaneda
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    Migrationsproblem in Europa (1281)
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    Am Sonntag hat ein mit Migranten besetztes Fahrzeug versucht, in der an Marokko grenzenden spanischen Exklave Melilla , bei der Grenzüberquerung mit hoher Geschwindigkeit die Polizeiabsperrung zu durchbrechen. Es gibt Verletzte, teilte die Zeitung „ABC España“ mit.

    Dem Bericht zufolge hatte der Fahrer die Anweisungen der spanischen und marokkanischen Sicherheitskräfte völlig ignoriert. Die Polizei und die Guardia Civil sollen demnach versucht haben, das Tor zur Stadt zu schließen, hatten dafür aber nicht genug Zeit, denn das Auto sei mit hoher Geschwindigkeit und unter Verletzung aller Verkehrsregel gefahren.

    Einer der Polizisten den Angaben der Zeitung nach sei verletzt worden, denn er habe nicht schnell genug beiseite springen können. Er habe Handprellungen erlitten, hieß es.

    Etwas später habe man das Auto angehalten. Dort befanden sich sechs Männer, hieß es. Alle seien aus dem Süden der Sahara. Ihr weiteres Schicksal werde nun die Nationalpolizei gemäß dem Ausländergesetz besiegeln. Der Fahrer sei vom Vorfallort geflüchtet. Die Polizei habe ihn identifiziert und suche nach ihm.

    Melilla ist eine spanische Stadt an der nordafrikanischen Mittelmeerküste. Die Exklave Spaniens hat eine Landgrenze zu Marokko. Sie gehört zur Europäischen Union. Eines der Hauptprobleme der Stadt soll den laut Medien der Zustrom von illegalen Migranten aus Subsahara-Afrika sein, die versuchen, über Algerien und Marokko und von Melilla weiter nach Spanien oder in andere EU-Länder zu gelangen.

    Die Stadt liegt direkt gegenüber dem europäischen Teil Spaniens, deswegen entscheiden sich viele Migranten dafür, den relativ kleinen Bereich des Mittelmeers mit Booten zu überqueren.

    Zuvor wurde berichtet, dass Anfang Februar Hunderte Flüchtlinge Ceuta, die andere spanische Exklave in Marokko, gestürmt hatten. Etwa 500 Migranten soll es gelungen sein, den Grenzzaun zu überwinden. Die örtliche Polizei sprach von mehreren Verletzten. Zur Kontrolle der Flüchtlingsströme war zuvor ein sechs Meter hoher, mit Stacheldraht gesicherter Zaun entlang der marokkanischen Grenze errichtet worden. Dennoch hält dies illegale Migranten nicht vor Versuchen ab, den Grenzzaun zu erklimmen, um nach Ceuta zu gelangen.

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    Flüchtlinge, Migrationskrise, Guardia Civil, EU, Ceuta, Melilla, Algerien, Marokko, Spanien