01:51 25 Februar 2020
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    Nach dem Tod eines Chinesen durch Polizeischüsse dauern die Proteste der Kommunität in Paris gegen Polizeigewalt an. Um die Menschenmenge auseinanderzutreiben, setzt die Polizei Tränengas ein.

    Bereits die zweite Nacht infolge kam es zu gewalttätigen Zusammenstößen zwischen Polizisten und Demonstranten. Nachdem Vertreter der im Raum Paris lebenden chinesischen Gemeinschaft Glasflaschen und Petarden auf die Beamten warfen, setzten diese ein Tränengas ein. Daraufhin verließen die meisten Protestierenden den Platz vor einem Polizeirevier im Nordosten von Paris. 

    ​In der Nacht zuvor war es bereits zu Ausschreitungen gekommen. Etwa 150 Demonstranten skandierten „Mörder" und setzten ein Auto in Brand. Drei Polizeibeamte wurden verletzt, 35 Personen festgenommen, teilten die Pariser Behörden am Dienstag mit.

    ​Auf den Tod eines chinesischen Familienvaters hatte am Vortag bereits auch Peking reagiert. Eine Sprecherin des chinesischen Außenministeriums forderte in scharfen Worten die französischen Behörden auf, „die Sicherheit und Rechte chinesischer Staatsbürger“ zu garantieren. Frankreich sei nun verpflichtet, „die Umstände voll und ganz aufzuklären", wie und warum der 56-jährige Shaoyo Liu am Sonntagabend bei einem Polizeieinsatz erschossen worden war. 

    ​Der Vorfall hatte sich im 19. Bezirk von Paris ereignet: Zwei Polizisten, die wegen eines Familienstreits herbeigerufen worden waren, erschossen Liu Shaoyo, der ihnen mit einer Fischschere in der Hand begegnete. Die Tochter des Toten behauptet, sein Vater habe nicht vorgehabt, Menschen anzugreifen. Laut der Zeitung „Le Figaro“ bestehen die Familienmitglieder darauf, dass der Mann gerade dabei war, ein Fisch zu zerlegen, als es an der Tür klingelte – rein maschinell sei Liu Shaoyo mit der Schere in der Hand zur Tür gegangen.

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    Tags:
    Ausschreitungen, Tränengas, Polizeigewalt, Proteste, Tod, Polizei, Paris, China