03:09 22 Februar 2020
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    Was wird mit dem Brexit? (340)
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    Die größte europäische Fluglinie Ryanair hat die britische Regierung gebeten, die Frage der Zivilluftfahrt zu einem Hauptthema der Brexit-Verhandlungen mit der EU zu machen. Sonst riskiere London ab März 2019 zeitweise alle seine Verbindungen nach Europa.

    „Obwohl bereits neun Monate seit dem Brexit-Referendum vergangen sind, haben wir immer noch nicht erfahren, wie der Brexit die Luftfahrt beeinflussen wird“, heißt es in der Erklärung des Chefs des Ryanair-Marketingdienstes, Kenny Jacobs. „Wir machen uns Sorgen wegen der Tatsache, dass die britische Regierung anscheinend keinen Plan B hat, um eine liberalisierte Flugverbindung nach Europa statt der derzeitig geltenden Regime ‚Offener Himmel‘ beizubehalten“, so Jacobs ferner.

    Angesichts der Pläne Großbritanniens, die EU zu verlassen und aus deren „Open-Skies“-Vertrag auszusteigen, bestehe die Wahrscheinlichkeit, dass es für eine Weile nach dem März 2019 überhaupt keine Flüge zwischen Großbritannien und Europa geben werde, betonte der Vertreter von Ryanair. „Das Beste, was wir uns erhoffen können, ist eine bilaterale Vereinbarung zwischen Großbritannien und der EU. Wir befürchten jedoch, dass Großbritannien eine derartige Vereinbarung nicht erzielen wird – zumindest nicht bis Mitte 2018, wenn die Fluglinie ihren Flugplan für den Sommer 2019 veröffentlicht“, heißt es in der Erklärung.

    Ein schottischer Sackpfeifer in London. Symbolfoto
    © AFP 2019 / Odd Andersen
    Die Fluggesellschaft, bei der 3000 Briten arbeiten und die im laufenden Jahr 44 Millionen Passagiere zwischen Großbritannien und der EU befördern werde, hat nach eigenen Angaben bereits aufgehört, ihr Potential in Großbritannien aufzustocken. Das Unternehmen entschied, seine Flugzeuge in keinem der 19 britischen Flughäfen zu basieren.

    Neun Monate nach dem Brexit-Referendum beantragte die britische Regierung am Mittwoch offiziell den Austritt aus der EU. Premierministerin Theresa May unterzeichnete bereits den Antrag. Am Mittwoch soll der britische EU-Botschafter Tim Barrow den Brief der Ministerin, der den Artikel 50 des EU-Vertrags auslöst, dem EU-Ratspräsidenten Donald Tusk überreichen. Dieser Artikel sieht eine zweijährige Verhandlungsfrist für den Austritt aus der EU vor.

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    Besorgnis, Vereinbarung, Einfluss, Verhandlungen, Flugverkehr, Ryanair, Europäische Union, Großbritannien