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11:09 15 Oktober 2019
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    Petry vs. Wagenknecht – über die „Nervöse Republik“ und ihre nervösen Vertreter

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    Am Mittwochabend ist im Berliner Kino „Babylon“ Stephan Lambys neue Doku „Nervöse Republik“ zum Thema Fake-News, Populismus, Verschwörungstheorien vorgestellt und anschließend heiß diskutiert worden. Auf dem Podium trafen politische Lager und die sie umgebenden Berichterstatter aufeinander.

    Neben dem Hauptgast und Regisseur des Dokumentarfilms, Stephan Lamby, nahmen auch SPD-Generalsekretärin Katarina Barley, AfD-Vorsitzende Frauke Petry, CDU-Generalsekretär Peter Tauber sowie Sahra Wagenknecht, Fraktionschefin der Linken, an einer Podiumsdiskussion teil. Auch „Spiegel“-Chefredakteur Klaus Brinkbäumer und Julian Reichelt aus den „Bild“-Chefredaktionen waren zu Gast.

    ​​Lamby hat für seinen Film „Nervöse Republik“ mehrere Politiker und Journalisten ein Jahr lang aus der Nähe beobachtet und dabei „eine große Verunsicherung festgestellt“, wie er selbst gegenüber dem rbb sagte, „sowohl bei Politikern als auch bei Journalisten.“ Er erfuhr, wie Politiker zwischen Meinungsumfragen, Beschimpfungen und Wahlkampfauftritten durch ihre Woche eilten, stets belauert von Kamerateams. Parallel dazu schickten Online-Redaktionen Eil-Meldungen ins Land.

    ​​Bei der Podiumsdiskussion beschwerte sich Petry, dass über ihre Partei nur negativ berichtet werde. Wagenknecht zeigte sich genervt davon, dass die Medien sehr viel über die AfD und zu wenig über die Linken berichteten. Barley machte die Journalisten dafür verantwortlich, dass Politiker die Menschen nicht mehr erreichen würden:

    „Eine Zeit lang drehten sich die Themen immer nur um AfD, Flüchtlinge und Umfragen.“

    Die Leute hätten gar nicht mehr mitbekommen, woran die Partei eigentlich gearbeitet hätte.

    Reichelt zitierte seinen Vorgänger Kai Diekmann, welcher in Lambys Film selbst vorkommt und dort sagte, er sei als Journalist auch Aktivist und müsse gegen antisemitische Tendenzen kämpfen, wie es sie in der AfD gebe. Petry und er lieferten sich dann einen minutenlangen Schlagabtausch, berichtet die Süddeutsche Zeitung. Zankapfel: ob die AfD solche Tendenzen aufweise. Reichelt las dazu den Beitrag eines AfD-Politikers vor, der muslimische Jugendliche einmal als „Gesindel“ bezeichnet habe.

    Tauber kommentierte wütend: „Ich möchte mit Journalisten gar nicht gut zusammenarbeiten.“

    Er führe aber trotzdem Hintergrundgespräche mit Journalisten, auch wenn diese dann negativ über die CDU berichteten.

    „Das muss man aushalten – so ist das Spiel“, gab er an.

    Die im Auftrag von NDR und rbb produzierte Doku „Nervöse Republik “ wird am 19. April um 22:45 Uhr (Ortszeit) in der ARD ausgestrahlt.

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    Diskussion, Film, Politik, Medien, CDU, Partei Alternative für Deutschland (AfD), Katarina Barley, Julian Reichelt, Frauke Petry, Klaus Brinkbäumer, Sahra Wagenknecht, Berlin, Deutschland