22:05 14 Dezember 2019
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    Ineffektive Nato-Technik gegen Cybergefahren: effektiv in Ukraine? – Medien

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    Die Nato wird bis Ende des Frühjahrs der Ukraine Spezialausrüstung zur Bekämpfung von Cybergefahren übergeben, berichtet die Zeitung „Rossijskaja Gaseta“ am Montag unter Berufung auf den stellvertretenden Berater des Nato-Generalsekretärs, Jamie Shea. Die Zeitung zweifelt jedoch daran, dass die übergebene Technik tatsächlich hilfreich sein wird.

    Die Ausrüstung sei bereits gekauft, sagte der stellvertretende Berater des Nato-Generalsekretärs für neue Sicherheitsherausforderungen, Jamie Shea, bei seinem Besuch in der Ukraine am Montag. „Jetzt befinden wir uns auf der Etappe der Lieferung in die Ukraine",

    „Wir müssen noch einige übliche administrative Formalitäten der Ein- und Ausfuhr erledigen, wir hoffen aber, dass wir das sehr schnell tun können", präzisierte Shea. Das Ziel sei, die Ausrüstung bis zum Sommer zu installieren, zu testen und in Betrieb zu nehmen.

    Die Allianz arbeite sehr viel mit der Ukraine im Bereich Cyber-Sicherheit zusammen, es gebe dazu einen entsprechenden Treuhandfonds, der von Rumänien geleitet werde. Zu den Gebern des Fonds gehören aber mehrere Länder, so Shea. „Wir haben mehr als 300.000 Euro ausgegeben, um dem Außenministerium der Ukraine Beistand zu leisten und den ukrainischen Geheimdiensten bei der Ausbildung ihrer Mitarbeiter und der Vervollkommnung der Ausrüstung zu helfen und damit die Aufdeckung und Abwehr von Cyberangriffen zu verbessern", sagte er.

    Mit einer „guten Ausrüstung" könnten die ukrainischen Sicherheitsdienste ihre Effektivität beim Aufdecken von Cyberattacken, der Frühwarnung, und der Aufzeichnung von Daten erhöhen, so Shea weiter. „Ihr braucht gute Kenntnisse, gute Technik, und eine richtige Arbeitsorganisation. Die Nato leistet Hilfe dabei", sagte er.

    Vor diesem Hintergrund verweist die „Rossijskaja Gaseta" darauf, dass die Nato-Länder seit einem Jahr darüber gejammert haben, dass sie mit den „russischen Hackern" nicht fertigwerden könnten. Mal habe man die „Hand Moskaus" bei Wahlen angeblich entdeckt, mal hätten die „abscheulichen Russen" streng geheime Informationen gestohlen, mal würden sie beinahe alle abhören.

    Dabei würden die Beamten, die ihre Ohnmacht anerkennen würden, auch weiter auf eine größere Finanzierung ihrer Ausgaben pochen. Sie würden versichern, mit einer zusätzlichen Finanzierung in Milliardenhöhe würde man die „Russen" endlich kleinkriegen. „Die Nato-Mitglieder geben also selbst an, dass ihre Ausrüstung veraltet ist und ihre Spezialtechnik in geradezu jeder Hinsicht den gegnerischen Hackern unterlegen ist. Sonst wären sie schon längst mit jeder,Attacke aus dem Osten' fertig geworden", betont die Zeitung.

    Dieses „Wehklagen der Nato-Krieger über ihre Nutzlosigkeit" sei allerdings nur für ihre eigenen Steuerzahler bestimmt, so die Zeitung. Der Ukraine hätten sie dagegen ihre Hilfe versprochen, damit das Land die „Aggressoren" in Griff bekommen könne. Unter anderem sei die Nato bereit, der ukrainischen Sicherheitsbehörde SBU irgendwelche „einzigartige" Geräte bereitzustellen.

    Was hindere also die Nato-Länder selbst daran, die „einzigartige Ausrüstung" zu einer hochqualitativen Abwehr von Cybergefahren zu benutzen, fragt die Zeitung abschließend. „Wo täuscht man tatsächlich: indem man eine zusätzliche Finanzierung durchsetzen will oder indem man verspricht, der Ukraine,wirklich zu helfen'?"

    Zuvor hatte auch die Zeitung „The Financial Times" berichtet, das FBI wolle eine Sonderabteilung zur Koordinierung aller Ermittlungen zu den mutmaßlichen russischen Einmischungsversuchen in die Präsidentschaftswahl 2016 bilden. „Das bedeutet den Ausbau von Ressourcen", zitiert die Zeitung einen FBI-Mitarbeiter. Die „Rossijskaja Gaseta" spottet dazu: Mitarbeiter der Sicherheitsdienste würden selbst kein Hehl daraus machen, dass sie einfach neue Ausgabenposten bei der Regierung durchsetzen würden.

     

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    Tags:
    Ausrüstung, Gefahr, Cyberangriff, Cybersicherheit, NATO, Jamie Shea, Ukraine