08:51 17 Dezember 2017
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    U-Bahn-Fahrer Aleksander KawerinOpfer eines Anschlags in St. Petersburger U-Bahn

    Petersburg: Heldenhafter U-Bahn-Fahrer kann wegen Journalisten-Trupp nicht nach Hause

    © Sputnik/ Aleksej Danitschew © AP Photo/ DTP&ChP St.Peterburg
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    Bombenanschlag in der Sankt Petersburger U-Bahn (63)
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    Aleksander Kawerin, der Zugführer der Petersburger U-Bahn, in der sich am Montag ein Explosion ereignet hatte, hat bisher sein Zuhause meiden müssen. Grund dafür sind zahlreiche Journalisten, die dort auf ihn warten.Seine Handlung nach dem Anschlag hat vielen Menschen das Leben gerettet.

    Eingang zur Station „Sennaja Ploschtschad“ in Sankt Petersburg (Archivfoto)
    © REUTERS/ Alexander Nikolayev/Interpress
    „Ich habe es noch nicht nach Hause geschafft. Im Treppenhaus gab es bereits Journalisten. Ich habe eine Familie und kleine Kinder. Um elf Uhr klingelte es an der Tür und man versuchte, etwas von meiner Ehefrau herauszufinden. Das ist einfach nicht höflich in dieser Situation“, sagte der Mann.

    „Deswegen habe ich nicht zu Hause übernachtet. Ich bin wegen der Journalisten nicht zu meiner Familie und Kindern gefahren“, fügte er hinzu.

    Aleksander Kawerin soll Medienberichten zufolge für eine Auszeichnung für seine Handlungen nach der Explosion in einem U-Bahn-Waggon vorgeschlagen werden.

    „Zu jenem Zeitpunkt konnte ich nicht an Angst denken, ich musste arbeiten. Es gab keine Panik“, kommentierte der Zugführer die ersten Minuten nach dem Anschlag.

    Dank dem Zugführer soll eine große Opferzahl verhindert worden sein. „Im Tunnel habe ich einen Knall gehört und mich mit dem Dispatcher in Verbindung gesetzt. Es gab auch Signale über die ‚Zugführer-Fahrgastʻ-Verbindung, aber es war unmöglich, irgendwas zu verstehen“, sagte Kawerin.

    Nach der Explosion traf er vorschriftsgemäß die Entscheidung, nicht im Tunnel zwischen den U-Bahn-Stationen „Sennaja Ploschtschad“ und „Technologitscheskij Institut“ anzuhalten, sondern bis zu nächsten Station zu fahren, damit den Opfern dort unverzüglich geholfen werden konnte.

    Am Montagnachmittag war im Tunnel zwischen den besagten U-Bahn-Stationen eine Bombe explodiert. Nach vorläufigen Angaben kamen 14 Menschen ums Leben, Dutzende weitere wurden verletzt. Eine weitere Sprengladung konnte in der Station „Ploschtschad Wosstanija“ entschärft werden. Die Ermittlungsbehörde, die vor allem von einem Terroranschlag ausgeht, hat ein Verfahren eingeleitet. Es würden auch andere Versionen geprüft, hieß es.

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    U-Bahn, Journalisten, St. Petersburg, Russland