22:43 12 Dezember 2017
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    Akbarschon Dschalilow

    Selbstmordattentäter von eigenem Kopf verraten

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    Bombenanschlag in der Sankt Petersburger U-Bahn (63)
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    Den Anschlag in der St. Petersburger U-Bahn hat nach jüngsten Angaben des russischen Ermittlungskomitees ein Einzelgänger verübt: der 22-jährige Akbarschon Dschalilow aus Kirgistan. Er soll es auch gewesen sein, der eine Tasche mit einem weiteren Sprengsatz in der Station „Ploschtschad Wosstanija“ hinterließ.

    Der gebürtige Kirgise aus der Stadt Osch besaß dem Ermittlungskomitee zufolge die russische Staatsangehörigkeit und stand vermutlich in Verbindung mit der Terrormiliz „Islamischer Staat“ (IS, auch Daesh).

    Nach Expertenschätzungen explodierte die selbst gebastelte, mit Metallkugeln und Schraubenmuttern bestückte und als Feuerlöscher getarnte Bombe in unmittelbarer Nähe von Dschalilow. Zu dem Zeitpunkt der Explosion trug der Täter anscheinend den Rucksack, in dem sich die Bombe befand, selbst. Infolge dessen sei von dem mutmaßlichen Selbstmordattentäter nur noch der Kopf übriggeblieben.

    Laut den Videoaufnahmen der Überwachungskameras, die die Ermittler ebenfalls untersuchten, hinterließ der gleiche Mann auch eine Tasche mit einem weiteren Sprengsatz auf der Station „Ploschtschad Wosstanija“. Dieser explodierte bekanntlich jedoch nicht.

    Wie die russische Online-Zeitung „Gazeta.ru“ unter Berufung auf eine Quelle aus den Sicherheitskräften Kirgisiens berichtet, reiste Dschalilow Ende Februar nach Kirgisien. Doch anstatt wie gewohnt sofort nach St. Petersburg zurückzukehren, soll er erst nach Moskau geflogen sein. Die Sicherheitskräfte prüfen derzeit der Quelle zufolge, mit wem sich der Selbstmordattentäter in der russischen Hauptstadt getroffen haben könnte. Die Quelle habe nicht ausgeschlossen, dass sich die Drahtzieher des Anschlags momentan genau in Moskau befänden. Es soll auch herausgefunden werden, wann sich Dschalilow radikalisierte und zu wem er in der letzten Zeit Kontakt pflegte.

    Das russische Ermittlungskomitee prüft in enger Kooperation mit Ermittlern in Kirgistan zudem, ob jemand in Dschalilows Familie oder Bekanntenkreis dem Staatskomitee für die nationale Sicherheit Kirgistans bekannt sein und eine Verbindung zum Daesh haben könnte. Diese würden in Osch befragt, teilte das Staatskomitee mit. Gleichzeitig prüfen die Ermittler in St. Petersburg die Korrespondenz des Selbstmordattentäters in den sozialen Netzwerken und befragen dessen Bekannte. Nach Angaben der Zeitung „Kommersant“ könnte sich der Drahtzieher des Anschlags derzeit in Syrien aufhalten, auch Komplizen in St. Petersburg selbst seien jedoch nicht auszuschließen.   

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    Ermittler, Drahtzieher, Überwachungskamera, Selbstmordattentäter, Video, Familie, Bombe, Terrormiliz Daesh, Kirgistan, St. Petersburg