14:43 15 Dezember 2017
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    Terroranschlag in St. Petersburg

    „Mein Herz blutet“ – Ode einer Studentin an St. Petersburg

    © AFP 2017/ Ruslan Shamukov
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    Bombenanschlag in der Sankt Petersburger U-Bahn (63)
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    Nach dem jüngsten Anschlag in der Petersburger U-Bahn hat eine Studentin wirklich herzbewegende Worte gefunden: In einem Instagram-Post beschreibt sie ihre Liebe zu der Stadt an der Newa, äußerte den Opfern und deren Angehörigen ihr Mitgefühl und rief die Bewohner der Metropole zur Tapferkeit auf.

    Sankt Petersburg ist Zuhause. Es war immer ein Zuhause für mich, emotional und spirituell. Es ist eine Stadt der Mystik und des Erwachens für diejenigen, die sich ständig in ihren eigenen Köpfen verlieren. Sankt Petersburg – oder eher das lässige ‚Piter‘ – war wie ein Freund und Liebhaber zugleich, eine Instanz, der man all seine Geheimnisse anvertrauen kann. Ich spürte es im kalten Aprilwind und dem zitternden Sonnenuntergang im Newa-Fluss, in den Tassen mit heißem Tee und Kaffee in den gemütlichen Cafés im Stadtzentrum, in den Straßenkünstlern, die sich als Katherina II. oder Peter der Große kleiden, in den herrlichen Palästen und alten Orten der Nazi-Luftangriffe, in den wunderschönen und unverwüstlichen Seelen seiner unglaublichen, netten Menschen.

    Seit dem Moment, als ich Piter, die großartige und unerschütterliche Festung dieses glorreichen Imperiums kennengelernt habe, konnte ich nichts anderes mit solch einem Zwang lieben. Sie denken vielleicht, dass ich übertreibe, aber ich liebe diese Stadt so, wie ich meinen eigenen Vater liebe. Sie füllte eine Leere in mir, schenkte mir Inspiration und Bestimmung – und vor allem Kraft. Ich sah einen Freund in ihr, ein Zuhause. Piter ist eine melancholische und poetische Stadt, eine mit der Fähigkeit, Ihre Gefühle verstärkt und intensiver zum Ausdruck zu bringen, als ob sich Ihr Leben mitten in einem Reaktorkern abspielt, dessen Intensivität elektrisierend ist. Sie ist die Liebe meines Lebens.

    Der jüngste Vorfall wird die bewährten kämpferischen Seelen der Stadtbewohner nicht erschrecken. Jeder von uns hat mindestens ein Familienmitglied, das im Zweiten Weltkrieg starb, als es seine Heimat verteidigte. Wir schulden es ihnen, stark und vereint zu sein, bescheiden und mutig, offen und nett, Mein Herz blutet, dass ein Ort, den ich dermaßen liebe, so viel Schmerz und Leid hatte. Mein Herz ist mit all jenen, die von den schrecklichen Ereignissen vom 3. April in Sankt Petersburg betroffen sind.“

     

    St. Petersburg is home. It has always been home to me, in a way, emotionally and spiritually. It’s a city of mysticism and awakening, a haven for those who are perpetually lost in their own heads. St. Petersburg, or rather the nonchalant “Piter”, was like a friend and a lover at once, an entity to trust your entire being’s secrets to. I’d feel him in the cold April winds and the trembling sunset in the Neva river, in the cups of hot tea and coffee in the cosy cafes in the city centre, in the street artists dressed up as Catherine the Great or Peter the Great, in the magnificent palaces and the old Nazi bomb sites, in the beautiful and resilient souls of its unbelievable, kind people. Ever since I’ve met Piter, the grand and unshakeable stronghold of a magnificent empire, I’ve never been able to love anything with more compulsion. Perhaps you’d think I’m exaggerating, but I love this city like I would love my own father. He filled up an emptiness inside of me, gifted me with inspiration and determination, and most importantly, strength. I felt like I had a friend in him, a home. Piter is a melancholic and poetic city, one that has the ability to make your feelings more pronounced, more intense, as if your life is in the midsts of a nuclear core, the intensity of which is electrifying. It’s the love of my life. This latest incident will not scare the seasoned fighter’s souls of the city’s inhabitants. Each one of us has at least one family member who died in the Second World War protecting their homeland. We owe it to them to stay strong and united, humble and brave, open-minded and kind. My heart is bleeding that a place I love so incredibly much, has been the site of so much pain and suffering. My heart goes out to all those affected by the horrible events in St. Petersburg on April 3d. #prayforsaintpetersburg

    Ein Beitrag geteilt von Katya (@maraiche) am 3. Apr 2017 um 12:13 Uhr

     

     

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    Tags:
    U-Bahn, Anschlag, St. Petersburg, Russland
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