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    Assads C-Waffen schon lange vernichtet: Dafür gab’s sogar den Nobelpreis UN-Experte

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    Alle C-Waffen, die der syrische Präsident Baschar Assad jemals hatte, sind 2014 beschlagnahmt worden. Der ehemalige US-Staatschef Barack Obama berichtete davon persönlich, und die Organisation für das C-Waffen-Verbot bekam dafür sogar den Nobelpreis.

    Daran erinnerte Igor Nikulin, Ex-Mitglied der UN-Kommission für Bio- und Chemiewaffen,vor dem Hintergrund der jüngsten Giftgas-Vorwürfe gegen Damaskus im Interview mit der Agentur Sputnik.

    „Das geschieht nicht zum ersten Mal. Sobald etwas bei jener gemäßigten Opposition schief läuft, werden sofort Kriegsverbrechenvorwürfe laut. Sobald sie eine Niederlage erleiden, gibt es einen Vorfall“, so Nikulin.

    Der Experte wies darauf hin, dass sämtliche Chemiewaffen Assads noch 2014 beschlagnahmt worden waren. „Der US-Präsident Barack Obama hat damals persönlich davon berichtet und rechnete es sich selbst als Verdienst an. Die OPCW hat dafür sogar den Nobelpreis bekommen“, erläuterte Nikulin.

    Angeblicher Giftgasangriff in der Nähe der Ortschaft Chan Scheichun in der syrischen Provinz Idlib
    © REUTERS/ Social Media Website via Reuters TV
    Da es keine höhere Belohnung als den Nobelpreis gebe, könne man es, so der Militärexperte ferner, als „mathematisch absolut bewiesen“ betrachten, dass Assad keine C-Waffen mehr besitze. „Daran besteht kein Zweifel, da all diese Waffen unter Anwesenheit von UN-Inspekteuren vernichtet wurden. Die Waffen der so genannten Opposition beschlagnahmte dagegen keiner“, so Nikulin.

    In Aleppo seien beispielsweise Labors zur Herstellung von Sarin entdeckt worden. Aus Sicht des Experten befand sich ein ähnliches Labor auch in der Provinz Hama. „Anscheinend wurde dieses Labor zerbombt, weswegen es so viele Opfer gab“, sagte der russische Experte.

    Eine Chemieanalyse würde es zudem ermöglichen, den Typ von Chemiewaffen mit Sicherheit festzustellen. Das Gas, das die Terroristen gegen die syrischen Regierungstruppen und Zivilisten anwendeten, unterscheidet sich Nikulin zufolge von den C-Waffen, die einst der syrischen Armee zur Verfügung standen. „Sollten die internationalen Beobachter dort zugelassen werden, können sie dies herausfinden. Ich bezweifele jedoch sehr, dass die gemäßigte Opposition dies zulässt“, so der Experte anschließend.   

    Am Dienstag hatte die Nationale Koalition für syrische Oppositions- und Revolutionskräfte 80 Tote und 200 Verletze bei einer Giftgas-Attacke in der syrischen Stadt Chan Scheichun in der nordwestlichen Provinz Idlib gemeldet und die syrischen Regierungstruppen dafür verantwortlich gemacht.

    Das Kommando der syrischen Armee hatte diese Vorwürfe entschieden zurückgewiesen und Terroristen und deren Beschützer dafür verantwortlich gemacht. 

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    Analyse, Terroristen, Opposition, Vernichtung, C-Waffen, Nobelpreis, Uno, Barack Obama, Baschar al-Assad, Syrien