09:34 13 Dezember 2019
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    Ein Soldat in Gibraltar

    Wie Spanien und Gibraltar einander drohen – Experte

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    Madrid könnte Gibraltar helfen, trotz des Brexits in der EU zu bleiben. Im britischen Überseegebiet will man aber als Preis dafür nicht die Flagge Spaniens über seinem Territorium wehen sehen. Welche Varianten Gibraltar bleiben, weiß Sputnik-Experte Santiago Velo de Antelo.

    „Zum ersten Mal ist die Situation eindeutig zugunsten Spaniens, denn es kann die Verhandlungen mit Gibraltar jetzt aus einer starken Position heraus führen“ so Santiago Velo de Antelo, Geschäftsführer der spanischen diplomatischen Akademie.

    Madrid könnte Gibraltar helfen, den Willen des Volkes zu erfüllen – nämlich in der Europäischen Union zu bleiben und negative Brexit-Folgen zu vermeiden. Diese würden sowohl den Einwohnern von Gibraltar als auch dem gesamten Vereinigten Königreich schweren Schaden zufügen, so Velo de Antelo.

    Felsen von Gibraltar
    © AP Photo / Daniel Ochoa de Olza
    Demnach sollten die lokalen Behörden einer gemeinsamen Verwaltungsform mit Spanien zustimmen. Diese habe Madrid bereits mehrmals vorgeschlagen, so Velo de Antelo weiter.

    Laut Medien akzeptiert Gibraltar so eine Verwaltungsform nicht. Dessen Chief Minister Fabian Picardo werde nicht zulassen, dass die spanische Flagge über Gibraltar wehe. Und das zwar weder in vier noch in 40 noch in 400 noch in 4000 Jahren.

    „Gibraltar versucht, seinen Einfluss zu nutzen, und weist darauf hin, dass etwa 5.000 Spanier dort ihre Arbeitsplätze verlieren. Das wäre ein großer Fehler, denn die Antwort Spaniens könnte die gesamte Wirtschaft von Gibraltar leicht zerstören“, sagte Velo de Antelo.

    Bewohner von Gibraltar
    © AFP 2019 / Jose Luis Roca
    Spanien könnte das Leben der Menschen von Gibraltar maximal erschweren – sei es durch Visapflicht und Grenzkontrolle oder andere Maßnahmen, so Velo de Antelo weiter. Das Gebiet, dessen Wirtschaft zu 100 Prozent vom Tourismus und dem Dienstleistungssektor abhänge, werde unter Einschränkungen dieser Art sehr leiden.

    Demnach habe Gibraltar nun wenige Varianten: entweder den Brexit und seine Folgen zu akzeptieren oder Verhandlungen mit Spanien aufzunehmen.
    Zuvor wurde berichtet, dass 96 Prozent der Bevölkerung des britischen Überseegebietes Gibraltar bei dem Brexit-Referendum für die weitere Teilnahme an der EU abgestimmt hatten.

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    Tags:
    Tourismus, Visapflicht, Referendum, Brexit, EU, Fabian Picardo, Gibraltar, Spanien, Großbritannien